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Kopfhörer mit dem Fernseher verbinden
Wer Kopfhörer mit dem Fernseher verbinden möchte, hat je nach Gerät mehrere Wege zur Auswahl. Moderne Fernseher senden den Ton per Bluetooth, ältere brauchen einen Sender oder ein Kabel. Welcher Weg der richtige ist, entscheiden mitunter auch die Anschlüsse auf der Rückseite des Fernsehers und was das Gerät im Menü anbietet.
Ein Aspekt führt dabei besonders häufig zu Missverständnissen. Ein Bluetooth-Logo am Fernseher bedeutet nämlich nicht automatisch, dass der Fernseher auch Ton an Kopfhörer senden kann. Entscheidend ist, ob das Gerät Bluetooth-Audio beziehungsweise ein Audioprofil wie A2DP unterstützt.
Die vier Wege im Überblick
Bevor es an Menüs und Kabel geht, ist der Blick auf die Anschlüsse obligatorisch. Entscheidend ist, welche Anschlüsse der Fernseher hat und ob er Ton drahtlos senden kann. Die folgende Übersicht ordnet die vier Möglichkeiten nach dem, was das Gerät mitbringen muss.
| Weg | Voraussetzung am Fernseher | Verzögerung | Einrichtung |
|---|---|---|---|
| Bluetooth direkt | sendefähiges Bluetooth | je nach Codec merkbar | Kopplung im Menü |
| Bluetooth-Sender nachgerüstet | Klinke, Cinch oder optischer Ausgang | je nach Codec merkbar | Kopplung am Sender |
| Funkkopfhörer mit Basisstation | Klinke oder optischer Ausgang | meist gering | meist vorkonfiguriert |
| Kabel | Kopfhöreranschluss | praktisch nicht wahrnehmbar | einstecken |
Wer keinen Kopfhöreranschluss mehr hat und dessen Fernseher keinen Ton per Bluetooth sendet, kommt über einen Sender oder eine Basisstation am optischen Ausgang weiter.
Die beiden drahtlosen Wege unterscheiden sich vor allem in der Verzögerung und in der Reichweite. Kabelverbindungen liefern beides ohne Kompromisse, schränken aber die Bewegungsfreiheit ein. Wer bereits Bluetooth-Kopfhörer besitzt, sollte die in der Tabelle ersten beiden Optionen prüfen. Wer noch keinen hat und vor allem Wert auf einfache Bedienung legt, sollte sich die dritte Option genauer ansehen.
Kopfhörer per Bluetooth verbinden
Bei neueren Geräten ist das meistens der Standard-Weg. Die Kopplung besteht aus zwei Schritten in fester Reihenfolge. Der Kopfhörer muss quasi sichtbar werden, dann sucht der Fernseher ihn. Umgekehrt funktioniert dies nicht, weil der Fernseher nur Geräte findet, die in diesem Moment aktiv sind. Dazu kommt ein Sonderfall, der für die meisten Fehlversuche sorgt.
1. Den Kopplungsmodus am Kopfhörer starten
Der Kopfhörer muss in den Kopplungsmodus versetzt werden, auch Pairing-Modus genannt. Üblich ist ein langer Druck auf die Ein-Aus-Taste oder auf eine eigene Bluetooth-Taste, bis eine Leuchtanzeige blinkt oder eine Voice-Ansage kommt.
2. Am Fernseher nach dem Gerät suchen
Am Fernseher liegt die Kopplung in den Einstellungen. Meist findet man sie unter Ton, Tonausgabe oder Verbindungen. Dort startet eine Suche, welche die verfügbaren Geräte auflistet. Erscheint der Kopfhörer, wird er ausgewählt und die Verbindung bestätigt. Manche Geräte fragen dabei eine Bestätigung am Kopfhörer ab, die meist durch einen kurzen Tastendruck erfolgt.
Danach ist die Tonausgabe noch nicht zwangsläufig auf dem Kopfhörer angekommen. Bei vielen Geräten muss die Ausgabe zusätzlich von den internen Lautsprechern auf das gekoppelte Gerät umgestellt werden. Beim nächsten Einschalten verbindet sich der Kopfhörer dann in der Regel von selbst.
Kommt weiterhin Ton aus dem Fernseher, obwohl der Kopfhörer verbunden ist, läuft die Ausgabe noch parallel oder auf dem falschen Gerät. Manche Modelle führen mehrere gekoppelte Geräte in einer Liste, aus der das aktive einzeln ausgewählt wird.
Fernseher sendet keinen Ton
Ein Bluetooth-Symbol auf der Verpackung sagt nichts darüber aus, ob der Fernseher Ton überträgt. Bei vielen Modellen dient die Funktion ausschließlich der Fernbedienung, einer Tastatur oder anderem Zubehör. Für die Tonübertragung braucht es ein Audioprofil. Im Bluetooth-Standard heißt das zuständige Profil A2DP. Ob ein TV-Gerät dieses hat, kann man mit exakter Sicherheit über das Fact-Sheet oder die Bedienungsanleitung des Fernsehers sehen. Steht dort Bluetooth Audio oder A2DP, ist die Übertragungsmöglichkeit vorhanden.
Sender nachrüsten oder Funkkopfhörer nutzen
Fehlt die Sendefunktion, lässt sich der Fernseher nachrüsten. Gebräuchlich sind dafür ein nachgerüsteter Sender oder ein Funksystem mit eigener Station. Beide unterscheiden sich deutlicher als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Die eine Lösung bringt Bluetooth ans Gerät, die andere umgeht es ganz.
Bluetooth-Sender am Audioausgang
Ein Bluetooth-Sender, auch Transmitter genannt, wird an einen Tonausgang des Fernsehers gesteckt und macht daraus ein sendefähiges Gerät. Angeschlossen wird er über den Kopfhöreranschluss, über Cinch oder über den optischen Ausgang. Den Strom bezieht er meist über USB. (Häufig reicht dafür ein USB-Anschluss am Fernseher, je nach Modell kann aber auch ein separates Netzteil sinnvoll sein.)
Gekoppelt wird anschließend nicht mit dem Fernseher, sondern mit dem Sender. Beim Kauf ist besonders auf zwei Aspekte zu achten. Nämlich zum einen ob der Sender latenzarme Codecs beherrscht und zum anderen ob er zwei Kopfhörer gleichzeitig versorgen kann. Wichtig ist außerdem, dass Sender und Kopfhörer denselben Codec unterstützen.
Ein Hinweis zum Anschluss: Hängt der Sender an der Klinke, regelt die TV-Fernbedienung meist weiterhin die Lautstärke. Am optischen Ausgang liegt dagegen oft ein fester Pegel an. Ist dies der Fall wird die Lautstärke am Kopfhörer selbst geregelt.
Funkkopfhörer mit Basisstation
Ein anderer Weg verzichtet komplett auf Bluetooth. Funkkopfhörer sind mit einer eigenen Basisstation ausgestattet, die am Tonausgang hängt und auf einer eigenen Frequenz sendet. Am Fernseher ist dafür keine Kopplung nötig, was die Einrichtung deutlich verkürzt und erleichtert.
Solche Systeme erreichen häufig größere Reichweiten als Bluetooth und arbeiten mit geringerer Verzögerung. Die Station dient meist gleichzeitig als Ladeschale, sodass der Kopfhörer zwischen zwei Abenden aufgeräumt und geladen ist. Einziger Nachteil: Kopfhörer und Station gehören fest zusammen. Ein anderer Kopfhörer lässt sich daran in der Regel nicht anschließen.
Kopfhörer per Kabel anschließen
Der Weg über ein Kabel gilt als altmodisch, hat aber zwei entscheidende Vorteile.
- Es entsteht kein Versatz zwischen Bild und Ton.
- Ein Akku kann ebenfalls nicht leer werden.
Dafür schränkt das Kabel die Bewegungsfreiheit ein.
Kopfhöreranschluss
Die 3,5-Millimeter-Buchse ist der direkteste Weg. Kopfhörer einstecken, fertig. Die Lautstärke regelt der Fernseher. Bei flachen Geräten sitzt die Buchse allerdings oft schwer erreichbar an der Rückseite oder fehlt bei neueren Modellen ganz. Ein Verlängerungskabel schafft Abhilfe, sollte aber nicht zu dünn ausfallen, weil sonst Störgeräusche auftreten können.
Ein weiterer Punkt betrifft die Lautstärke. Am Kopfhöreranschluss regelt sie der Fernseher. Bei manchen Geräten läuft diese Regelung getrennt von der für die Lautsprecher. Wenn der Ton beim Umstecken plötzlich sehr leise oder sehr laut ist, muss die Ursache meist hier gesucht werden.
Optischer Ausgang
Der optische Ausgang verfügt über ein digitales Signal. Er ist deshalb nur in Verbindung mit einem Sender oder einer Basisstation, die das Signal umsetzt, zu nutzen. Hier liegt die häufigste Fehlerquelle beim drahtlosen Anschluss:
Steht die Tonausgabe des Fernsehers auf einem Mehrkanalformat, kann das angeschlossene Gerät damit meist nicht kommunizieren. Das Ergebnis ist „kein Ton“ oder ein Rauschen. Die Umstellung auf PCM im Tonmenü löst das in den meisten Fällen, weil dieses Format nahezu überall unterstützt wird.
Wenn der Ton zu leise bleibt
Manche Fernseher haben anstatt eines Kopfhörerausgangs einen Line-Out. Manchmal sind beide vorhanden und nur schwer zu unterscheiden. Der Line-Out liefert einen festen Pegel für Verstärker und keine regelbare Lautstärke. Ein Kopfhörer direkt daran angeschlossen bleibt leise. Auch die Fernbedienung schafft keine Abhilfe. Dann führt der Weg nur über den echten Kopfhörerausgang oder über ein Gerät mit eigenem Verstärker.
Wenn Bild und Ton auseinanderlaufen
Drahtlose Übertragung braucht Zeit. Wird der Ton digitalisiert, gesendet und wieder umgesetzt, entsteht ein Versatz zu den Lippenbewegungen. Oftmals hängt die Stärke dessen vom Übertragungsweg ab und davon, was gerade läuft.
Ein fester Wert lässt sich dabei nicht angeben. Er hängt vom Fernseher, vom Übertragungsweg und vom eingesetzten Verfahren ab und kann sich sogar zwischen zwei Sendungen unterscheiden.
Wie Latenzen zustandekommen
Bluetooth ist hier besonders abhängig von Fernseher, Sender, Kopfhörer und Codec. Latenzarme Verfahren können den Versatz verkürzen, müssen aber auf Sender- und Kopfhörerseite unterstützt werden. Fehlt diese gemeinsame Unterstützung, fällt die Verbindung auf ein anderes Verfahren zurück. Funkstrecken über eine Basisstation sind in dieser Hinsicht meist unkritisch.
Auffällig wird der Versatz vor allem bei Gesichtern in Nahaufnahme. Bei Musik, Sport oder Nachrichten aus dem Studio fällt derselbe Wert deutlich weniger auf, weil das Auge dort keine Lippen zum Vergleich hat.
Einstellungen
Viele Fernseher bringen im Tonmenü eine Einstellung für die Audioverzögerung mit, oft unter Bezeichnungen wie Ton-Verzögerung oder AV-Sync. Damit lässt sich der Versatz manuell ausgleichen. Sinnvoll ist der Abgleich an einer Szene, in der jemand deutlich sichtbar spricht. Zu beachten ist, dass die Einstellung meist nur für den gerade genutzten Ausgang gilt. Wer zwischen Kopfhörer und Lautsprechern wechselt, muss den Wert unter Umständen erneut anpassen. Der einfachste Lösungsweg ist hier der pragmatische: Ausschalten und in der richtigen Reihenfolge wieder anschalten – zuerst externe Geräte, zuletzt der Fernseher.
Wenn andere im Raum mithören sollen
Sobald ein Kopfhörer verbunden ist, schalten die meisten Fernseher die eigenen Lautsprecher ab. Für eine Person allein ist das kein Problem. Sitzt jemand daneben, hört dieser Mensch dann nichts mehr. Genau daran hakt die Kopfhörerlösung im Alltag oft.
Betroffen ist damit genau die Situation, in der Kopfhörer am Fernseher am häufigsten gebraucht werden: Eine Person versteht Dialoge schlechter als die andere und dreht deshalb lauter, was für den Rest im Raum unangenehm wird.
Zwei Wege für Ton auf beiden Seiten
Einige Fernseher bieten im Tonmenü eine Option für die gleichzeitige Ausgabe über Lautsprecher und Kopfhörer an. Derselbe Effekt lässt sich noch besser und optimierter über zwei getrennte Ausgänge erreichen: Die Lautsprecher oder die Soundbar laufen weiter, während ein Sender am optischen Ausgang oder an der Klinke das Signal zusätzlich abgreift.
Der TV-Sprachverstärker OSKAR löst dieses Problem optimal. Die Basisstation wird an den optischen Ausgang oder an die Klinke des Fernsehers gesteckt und überträgt den Ton kabellos an ein tragbares Gerät. Eine Kopplung über Menüs entfällt. Je nach Fernseher und gewähltem Ausgang kann der Fernseher für die anderen im Raum weiterlaufen. Wer den Ton oder auch nur Dialoge schlechter versteht, regelt Lautstärke und Sprachfilter am eigenen Gerät, ohne dass alle anderen lauter hören müssen.
Häufig gestellte Fragen
Nicht jeder Fernseher mit Bluetooth kann Ton an Kopfhörer senden. Manche Geräte nutzen Bluetooth nur für Fernbedienung, Tastatur oder Zubehör. Entscheidend ist, ob der Fernseher Bluetooth-Audio unterstützt. Im Datenblatt oder Menü steht dann meist Bluetooth Audio, Kopfhörer, Audiogerät oder A2DP.
Häufig ist der Kopplungsmodus am Kopfhörer schon abgelaufen, denn er bleibt oft nur wenige Minuten aktiv. Ebenso oft hängt der Kopfhörer noch an einem anderen Gerät wie dem Smartphone und bleibt deshalb unsichtbar. Bleibt die Geräteliste am Fernseher leer, fehlt ihm womöglich die Unterstützung für Audiogeräte.
Bei Bluetooth wird der Ton digital verarbeitet, gesendet und im Kopfhörer wieder ausgegeben. Dadurch kann je nach Fernseher, Kopfhörer und Codec eine Verzögerung entstehen. Latenzarme Codecs oder Funkkopfhörer mit eigener Basisstation können den Versatz verringern. Beide Seiten müssen dasselbe Verfahren beherrschen, sonst greift es nicht.
In der Regel liegt es am eingestellten Tonformat. Gibt der Fernseher ein Mehrkanalsignal aus, kann der angeschlossene Sender es nicht verarbeiten. Ein Wechsel auf PCM im Tonmenü sorgt dafür, dass ein einfaches Stereosignal anliegt, mit dem der Sender umgehen kann.
Das hängt vom Fernseher ab. Viele Geräte schalten die internen Lautsprecher stumm, sobald ein Kopfhörer verbunden ist. Einige Modelle erlauben eine parallele Ausgabe im Tonmenü. Alternativ kann ein zweiter Ausgang genutzt werden, etwa eine Soundbar über HDMI ARC und ein Funkgerät über den optischen Ausgang. Dabei kann es allerdings zu Laufzeitunterschieden kommen.