TV einrichten & anschließen

Welche Anschlüsse hat ein Fernseher?

Von Faller Audio Redaktion | | 6 Min. Lesezeit
Anschlüsse auf der Rückseite eines Fernsehers mit HDMI, USB und weiteren Buchsen

Hinter dem Fernseher wird es schnell unübersichtlich. Ein Dutzend Buchsen, viele sehen sich ähnlich, und die Beschriftung ist winzig. Allerdings ähneln sich die Anschlüsse eines Fernsehers bei vielen Geräten, weshalb eine einmalige Orientierung und Einordnung für Klarheit sorgt.

Moderne Anschlüsse

An einem modernen Smart-TV Fernseher erledigen wenige, dafür vielseitige Anschlüsse fast alles. Diese Buchsen arbeiten digital, übertragen Bild und Ton in hoher Qualität und sind meist klein aber klar beschriftet, sodass sich externe Geräte und Lautsprecher rasch verbinden lassen. Auffällig ist der Trend zu immer weniger Buchsen. Mittlerweile kann ein einziger HDMI-Anschluss Bild und Ton zugleich abspielen. Ergänzend dazu läuft vieles inzwischen drahtlos. Was heute zur Grundausstattung gehört, lässt sich an einer handvoll Anschlüsse festmachen.

HDMI

HDMI ist der wichtigste Anschluss. Bild und Ton laufen gemeinsam über ein einziges Kabel, digital, und genau deshalb hängt fast alles Moderne darüber am Fernseher, von der Spielekonsole über den Receiver und den Blu-ray-Player bis zum Streaming-Stick. Meist gibt es mehrere dieser Buchsen, sodass man nicht ständig umstecken muss. Für die meisten Geräte genügt ein gewöhnliches HDMI-Kabel, ein besonderes braucht es nur für sehr hohe Auflösungen. Manche HDMI-Buchsen schicken den Ton auch wieder hinaus, etwa an eine Soundbar. Die Kürzel dafür sind ARC und eARC. Von HDMI gibt es zudem mehrere Versionen, die sich vor allem bei hoher Auflösung und beim Spielen bemerkbar machen.

Kopfhöreranschluss (Klinke)

Kabelgebundene Kopfhörer kommen an die analoge 3,5-mm-Klinke. Das ist dieselbe Buchse wie am Kopfhörer fürs Handy. Gut ist, wenn sich ihre Lautstärke getrennt von den Fernsehlautsprechern regeln lässt. An neuen Geräten fehlt die Klinke aber immer öfter. Wer trotzdem am Kabel hängt, behilft sich mit einem kleinen Wandler am optischen Ausgang, der das digitale Signal wieder analog macht.

Bluetooth

Bluetooth ist die drahtlose Alternative zur Klinke. Bluetooth verbindet Kopfhörer oder Lautsprecher kabellos mit dem Fernseher. Das ist vor allem dann praktisch, wenn das Gerät keine Kopfhörerklinke mehr hat, was bei neuen Modellen häufig der Fall ist. Ein Nachteil kann eine hörbare Verzögerung zwischen Bild und Ton sein, wie stark sie ausfällt, hängt von Fernseher, Kopfhörer und dem verwendeten Bluetooth-Codec ab.

USB

USB-Anschlüsse am Fernseher funktionieren ähnlich wie am Computer. Daran lassen sich USB-Sticks und externe Festplatten anschließen, gelegentlich auch eine Tastatur oder ein Gamepad. Ältere Buchsen nutzen den Standard USB 2.0, neuere das rund zehnmal schnellere USB 3.0, erkennbar an der blauen Innenseite der Buchse. Viele Fernseher können über USB auch laufende Sendungen aufnehmen, sofern die Festplatte an der dafür vorgesehenen Buchse mit genug Strom versorgt wird. Bei manchen Geräten liefert die Buchse zudem genug Strom für einen Streaming-Stick.

Anschlüsse von früher

Ältere Fernseher bringen eine zweite Welt von Anschlüssen mit. Diese stammen aus der Zeit vor HDMI und übertragen Bild und Ton noch analog, also über getrennte Leitungen und mit etwas schwankender Qualität. An aktuellen Geräten sind sie fast verschwunden und tauchen zunehmend weniger auf. Wer eine solche Verbindung braucht, sollte vor dem Kauf prüfen, ob der Fernseher die Buchse überhaupt noch besitzt.

Scart

Der breite, 21-polige Scart-Anschluss übertrug früher Bild und Ton analog, und das in beide Richtungen. Über lange Zeit war er die wichtigste Verbindung zwischen Fernseher, Videorekorder und Spielekonsole. Mit dem Wechsel zu digitaler Technik hat HDMI ihn fast vollständig abgelöst, weshalb er an neuen Fernsehern kaum noch zu finden ist. Wer einen alten Videorekorder oder eine ältere Spielekonsole anschließen möchte, braucht dann einen Adapter, der das analoge Signal in ein HDMI-Signal umwandelt. Solche Adapter gibt es zwar, sie liefern aber nicht immer ein einwandfreies Bild.

VGA

Der VGA-Anschluss diente lange dazu, das Bild eines Computers auf den Fernseher zu bringen. Er überträgt rein analog und ausschließlich Bild, für den Ton war stets ein separates Kabel nötig. An modernen Geräten ist er praktisch verschwunden, da auch Computer und Notebooks heute über HDMI angebunden werden.

Cinch, Component und Composite

Auch die farbigen Cinch-Buchsen stammen aus der analogen Zeit und kommen in zwei Varianten vor. Bei Composite überträgt eine einzelne gelbe Buchse das gesamte Bild, was die einfachste, aber auch schwächste Bildqualität liefert. Bei Component verteilt sich das Bildsignal auf eine rote, grüne und blaue Buchse, wodurch ein schärferes Bild möglich ist, der Ton läuft dabei über zwei zusätzliche Cinch-Stecker in Rot und Weiß. An aktuellen Fernsehern sind beide Varianten selten geworden und lassen sich meist nur noch über einen Adapter nutzen.

TV Anschlüsse und heutige Relevanz

Im Alltag kommt es heute eigentlich nur auf eine handvoll Anschlüsse an. HDMI deckt fast alle Zuspielgeräte ab und nimmt mit ARC oder eARC auch den Ton zur Soundbar mit. Über die Kopfhörerklinke oder Bluetooth lässt sich der Ton allein über Kopfhörer hören, ohne die Fernsehlautsprecher zu nutzen, und eine USB-Buchse nimmt Speicher oder Aufnahmen auf. Die alten Buchsen sind eigentlich nur dann relevant, wenn noch ein älteres Gerät angeschlossen werden soll.

Häufig gestellte Fragen

Grob lassen sich vier Arten unterscheiden. HDMI überträgt Bild und Ton zugleich, eigene Tonausgänge wie der optische Ausgang oder die Kopfhörerklinke geben nur den Ton ab, USB ist für Speicher und Aufnahmen da, und ältere analoge Anschlüsse wie Scart oder VGA stammen aus der Zeit vor HDMI. Hinzu kommt Bluetooth als drahtlose Verbindung.

Zu den analogen Anschlüssen zählen der 21-polige Scart-Anschluss, die farbigen Cinch-Buchsen von Component und Composite sowie der VGA-Anschluss für den Computer. Auch die 3,5-mm-Kopfhörerklinke arbeitet analog. An neuen Fernsehern sind diese Anschlüsse bis auf die Klinke kaum noch zu finden.

Kabelfernsehen läuft über die runde Antennenbuchse am Fernseher, in die ein Koaxialkabel gesteckt wird. Dieselbe Buchse nutzen Kabelempfang über DVB-C und Antennenempfang über DVB-T2. Verschlüsselte Sender brauchen zusätzlich ein Modul mit Smartcard im CI-Schacht.

An einem Fernseher finden sich heute vor allem HDMI für Bild und Ton, ein optischer Ausgang und eine Kopfhörerklinke für den Ton, Bluetooth für kabellose Verbindungen und USB für Speicher und Aufnahmen. Dazu kommen ältere Anschlüsse wie Scart, VGA und Cinch, die nur noch selten verbaut sind.

Anschlüsse lassen sich nach der Art des Signals ordnen. Digitale wie HDMI, USB und der optische Ausgang übertragen verlustfrei, analoge wie Scart, Cinch oder die Klinke arbeiten mit klassischen Signalen. Außerdem trennt man Eingänge, die ein Signal aufnehmen, von Ausgängen, die den Ton abgeben, und kabelgebundene von drahtlosen Verbindungen wie Bluetooth.