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HDMI ARC und eARC am Fernseher
HDMI ARC schickt den Fernsehton über dasselbe Kabel zurück, welches auch das Bild überträgt. Wer eine Soundbar oder einen anderen Verstärker am Fernseher hat, spart damit ein zweites Kabel. Seit einigen Jahren steht daneben die erweiterte Fassung eARC, die deutlich mehr Tondaten durchlässt.
Welche Tonformate am Audiogerät ankommen, hängt davon ab, ob HDMI ARC oder die erweiterte Fassung im Einsatz ist. Beide sitzen an einem eigens gekennzeichneten Anschluss und müssen im Tonmenü aktiviert werden. Bleibt der Ton aus, lässt sich die Ursache meist in wenigen Schritten herausfinden.
Was ist HDMI ARC
Der Audiorückkanal löst ein Problem, das mit den ersten Flachbildfernsehern entstand. Bild und Ton kommen über HDMI ins Gerät, der Ton soll aber wieder heraus zu einer Soundbar oder einem Verstärker. Früher brauchte es dafür ein zweites Kabel, meist ein optisches. Der Rückkanal fasst beide Richtungen in einer Leitung zusammen. Wie das funktioniert und woran der passende Anschluss zu erkennen ist, zeigen die nächsten Absätze.
Der Rückkanal erklärt
ARC steht für Audio Return Channel. Die Funktion nutzt dasselbe HDMI-Kabel in beide Richtungen. Das Bild läuft vom Zuspieler zum Fernseher, der Ton läuft vom Fernseher zurück zum Audiogerät. Ein separates optisches Kabel wird damit überflüssig. Eingeführt wurde der Rückkanal mit HDMI 1.4. Dementsprechend findet er sich an vielen Fernsehern der vergangenen Jahre.
Wichtig ist das vor allem für Inhalte, die im Fernseher selbst entstehen. Wer eine Mediathek oder einen Streamingdienst über die Apps des Geräts nutzt, hat keinen externen Zuspieler, dessen Ton man abgreifen könnte. Der Ton muss also den Fernseher verlassen. Genau dafür ist der Rückkanal verantwortlich.
Woran der Anschluss zu erkennen ist
Nicht jeder HDMI-Anschluss am Fernseher (es gibt oft mehrere) kann den Rückkanal bedienen. Meist ist es genau einer. Er trägt neben der Nummer den Zusatz ARC oder eARC. Am Audiogerät heißt der passende Anschluss oft HDMI OUT mit demselben Zusatz. Steckt das Kabel in einem gewöhnlichen Eingang, bleibt es beim Bild und der Ton kommt nicht zurück.
Bei vielen Geräten findet man die Beschriftung über der Buchse, bei manchen Geräten jedoch auch sehr klein neben der Buchse oder ab und an auch nur in der Bedienungsanleitung. Wer unsicher ist, findet die Angabe in den technischen Daten des Fernsehers unter den Anschlüssen.
Was sich gegenüber dem optischen Kabel ändert
Vor Einführung des Rückkanals lief der Weg vom Fernseher zum Audiogerät über den optischen Ausgang. Dieser Weg funktioniert auch heute noch einwandfrei und ist an vielen Geräten weiterhin verfügbar. Der optische Ausgang überträgt Stereo und komprimierten Mehrkanalton; für hochauflösende Formate fehlt ihm jedoch die Bandbreite. Zudem lässt sich über den Rückkanal die Lautstärke des Audiogeräts mit der TV-Fernbedienung regeln. Beim optischen Ausgang braucht es dafür meist eine zweite Fernbedienung.
Was eARC anders macht
Mit HDMI 2.1 kam die erweiterte Fassung des Rückkanals dazu. Das „e“ steht für enhanced. Von außen sieht der Anschluss gleich aus. Technisch hat HDMI eARC aber einen deutlichen Sprung im Vergleich zu HMDI ARC gemacht. Die Weiterentwicklung betrifft vor allem die Menge an Tondaten, die durchpasst. Ob sich der Unterschied im eigenen Wohnzimmer bemerkbar macht, hängt allerdings von weiteren Faktoren ab.
Deutlich mehr Bandbreite
Der ursprüngliche Rückkanal wurde für komprimierte Tonformate ausgelegt. Für Stereo und für Mehrkanalton wie Dolby Digital oder DTS reicht das aus. Hochauflösende Tonspuren kommen dagegen nicht vollständig durch. Sie werden entweder heruntergerechnet oder gar nicht erst übertragen.
eARC hat für den Ton eine eigene Datenverbindung und damit erheblich mehr Kapazität. Laut HDMI Licensing Administrator überträgt eARC unkomprimierte Signale mit bis zu 192 kHz Abtastrate und 24 Bit sowie unkomprimiertes 5.1 und 7.1. Formate wie Dolby TrueHD, Dolby Atmos, DTS-HD Master Audio und DTS:X kommen damit vollständig am Audiogerät an.
eARC nutzt eine erweiterte Datenübertragung zwischen Fernseher und Audiogerät. Dadurch stehen mehr Bandbreite, eine bessere Geräteerkennung und Funktionen zur Synchronisation von Bild und Ton zur Verfügung.
Wann sich der Unterschied bemerkbar macht
Wer überwiegend lineares Fernsehen schaut, wird kaum einen Unterschied bemerken, denn das Sendesignal liegt ohnehin komprimiert vor. Bei hochauflösenden Tonspuren von Blu-ray oder aus Streamingdiensten mit entsprechendem Angebot kann eARC dagegen den vollen Umfang durchreichen und somit eine spürbare Optimierung bewirken.
Für die Sprachverständlichkeit ist die Bandbreite allerdings nur einer von mehreren Faktoren. Ein größerer Datenstrom macht z.B. Dialoge nicht automatisch deutlicher. Ob Sprache klar herauskommt, entscheidet sich eher an der Tonmischung, am Lautsprecher und am Raum.
| Merkmal | ARC | eARC |
|---|---|---|
| Eingeführt mit | HDMI 1.4 | HDMI 2.1 |
| Stereo und PCM | ja | ja |
| Dolby Digital, DTS | ja | ja |
| Dolby TrueHD, DTS-HD Master Audio | eingeschränkt | ja |
| Unkomprimiertes 5.1 und 7.1 | nein | ja |
| Bild-Ton-Synchronisation | geräteabhängig, oft manuell | verbessert, automatisch vorgesehen |
| Empfohlenes Kabel | High Speed | Ultra High Speed |
ARC deckt Stereo und komprimierten Mehrkanalton ab und reicht für lineares Fernsehen aus. eARC lohnt sich, wenn hochauflösende Tonspuren unverändert am Audiogerät ankommen sollen.
Vor- und Nachteile im Überblick
- Ein Kabel für Bild und Ton, weniger Verkabelung
- Der Ton der TV-Apps erreicht das Audiogerät ohne Umweg
- Lautstärke bleibt über die TV-Fernbedienung regelbar
- An vielen Fernsehern der vergangenen Jahre vorhanden
- Nur ein Anschluss am Fernseher beherrscht die Funktion
- Beide Geräte müssen sich sauber verständigen, sonst bleibt es still
- Für eARC braucht es passende Geräte und ein neueres Kabel
- Der Ton bleibt an ein festes Gerät im Raum gebunden
Welches Kabel benötigt wird
Der Rückkanal stellt Anforderungen an das Kabel und die unterscheiden sich zwischen den beiden Varianten. Für ARC genügt in aller Regel, das HDMI Kabel, was nahezu jeder zuhause hat. Bei eARC führen zu alte Kabel dagegen regelmäßig zu Aussetzern oder ganz fehlendem Ton. Die HDMI-Kabelklassen sind zertifiziert und an der Bezeichnung erkennbar.
High Speed reicht für ARC
Für den einfachen Rückkanal genügt in aller Regel ein Kabel der Klasse High Speed. Solche Kabel liegen vielen Geräten bei und sind seit Jahren verbreitet. Ein Austausch lohnt sich hier meist nicht, solange die Verbindung stabil läuft.
Ultra High Speed für eARC
Wer eARC nutzen möchte, greift besser zu einem Ultra-High-Speed-Kabel. Die höheren Datenraten können ältere Kabel überfordern, was sich in Aussetzern oder ganz fehlendem Ton äußert. Ultra-High-Speed-Kabel sind in aller Regel abwärtskompatibel. Sie funktionieren also auch an Geräten, die nur den einfachen Rückkanal beherrschen.
Wenn das Kabel lang werden muss
Über kurze Strecken im Wohnzimmer sind Kupferkabel unproblematisch. Mit wachsender Länge steigt die Störanfälligkeit und gerade der breitbandige Rückkanal reagiert darauf empfindlich. Eine feste Obergrenze nennt die HDMI-Spezifikation nicht. Entscheidend sind Qualität und Aufbau des Kabels. Für Deckeninstallationen oder große Räume gibt es optische HDMI-Kabel, die das Signal als Licht übertragen und über die Distanz stabiler bleiben.
HDMI ARC einrichten
Der Anschluss selbst ist schnell erledigt, die Einrichtung im Menü kostet meist mehr Zeit als das Verbinden des Kabels. Die folgende Reihenfolge hilft dabei typische Stolperstellen zu vermeiden. Das ist praktischer als gedacht. Wer sie einhält, merkt nach jedem Schritt, ob etwas nicht stimmt, statt am Ende vor einem Gerät ohne Ton zu sitzen. Die Menüpunkte heißen u.U. je nach Hersteller unterschiedlich, die Logik dahinter ist aber überall dieselbe.
1. Den richtigen Anschluss wählen
Das Kabel gehört an beiden Geräten in die Buchse mit dem Zusatz ARC oder eARC. Am Fernseher ist das ein HDMI-Eingang, am Audiogerät meist ein eigener HDMI-Ausgang. Funktioniert nur bei einem der beiden Geräte eARC, läuft die Verbindung automatisch im einfachen Modus weiter.
2. Die Tonausgabe umstellen
Im Tonmenü des Fernsehers muss die Ausgabe von den internen Lautsprechern auf das externe Gerät wechseln. Der Menüpunkt findet sich meistens unter Ton oder Audioausgang. Das ist ein wichtiger Einstellungsschritt. Ohne diesen bleibt der Ton im Fernseher, obwohl das Kabel korrekt verbunden ist.
3. Die Gerätesteuerung aktivieren
Der Rückkanal arbeitet eng mit der Gerätesteuerung über HDMI zusammen, die unter dem Kürzel CEC läuft. Sie sorgt dafür, dass sich das externe Gerät gemeinsam mit dem Fernseher einschaltet, und dass die Lautstärke über die TV-Fernbedienung regelbar bleibt. Im Menü trägt diese Funktion bei fast jedem Hersteller einen eigenen Namen, gemeint ist aber überall dasselbe. Diese muss an beiden Geräten aktiv sein.
4. Das Ergebnis prüfen
Nach dem Umstellen sollte der Ton aus dem externen Gerät kommen und die internen Lautsprecher stumm bleiben. Kommt der Ton aus beiden Quellen gleichzeitig, steht die Ausgabe im Menü noch auf einer Parallelausgabe und muss angepasst werden. Ein kurzer Test mit einer Sendung, in der jemand spricht, zeigt schneller als Musik, ob die Verbindung sauber und auch synchron läuft.
Sinnvoll ist auch ein Test mit unterschiedlichen Quellen. Eine Mediathek über die TV-App und ein anderes angeschlossenes externes Gerät verhalten sich nicht zwangsläufig gleich, weil sie unterschiedliche Tonformate liefern.
Wenn kein Ton ankommt
Der Rückkanal funktioniert nicht immer auf Anhieb. Am Defekt eines Geräts liegt das nur selten. Vier Ursachen decken die meisten Fälle ab. Sie lassen sich der Reihe nach testen. Sinnvoll ist es, nach jedem Schritt kurz zu prüfen, ob der Ton zurück ist, statt mehrere Dinge gleichzeitig zu ändern. Bleibt es nach jedem Schritt tonlos, grenzt das die Suche bereits deutlich ein.
1. Die Geräte haben sich nicht verbunden
Beim Verbinden tauschen die Geräte diverse Informationen miteinander aus. Läuft dieser Abgleich schief, kommt kein Ton. Ist dies der Fall, hilft es oftmals beide Geräte für einige Minuten vom Strom zu trennen und danach zuerst den Fernseher und dann das Audiogerät einzuschalten. Auch das feste Nachstecken des Kabels an beiden Enden lohnt sich und ist häufiger als gedacht die Fehlerquelle.
2. Das Tonformat passt nicht
Der Fernseher gibt den Ton in einem bestimmten Format aus und das Audiogerät muss damit umgehen können. Steht die Ausgabe auf einem Mehrkanalformat, welches das andere Gerät nicht beherrscht, kommt dort nichts an. Hier hilft in der Regel die Umstellung auf PCM, weil dieses Format nahezu überall verstanden wird. Der Menüpunkt liegt meist bei den erweiterten Toneinstellungen.
3. Zuspieler hängen am falschen Gerät
Sind Receiver, Soundbar oder Spielekonsole direkt am Fernseher angeschlossen, muss dieser den Ton weiterreichen. Das gelingt nicht bei jedem Format und über den einfachen Rückkanal wird dabei mitunter auf Stereo reduziert. Wer die volle Tonspur möchte, schließt solche Geräte besser direkt an den Verstärker an und schickt von dort das Bild zum Fernseher.
Laufen Ton und Bild nach dem Umstellen auseinander, liegt das an der Verarbeitungszeit in der Kette. Bei eARC ist eine automatische Korrektur vorgesehen, beim einfachen Rückkanal lässt sich die Verzögerung je nach Gerät von Hand nachstellen. Aus- und wieder anschalten löst dieses Problem ebenfalls häufig.
4. Die Gerätesteuerung ist abgeschaltet
Manche Fernseher liefern über den Rückkanal nur dann Ton, wenn die Gerätesteuerung über HDMI aktiv ist. Sie wird manchmal in den Einstellungen versehentlich deaktiviert, z.B. nach einem Zurücksetzen oder einem Update.
Kommt nach Durchlaufen und testen der Punkte 1-4 weiterhin kein Ton, hilft ein Test mit einem anderen Kabel. Defekte oder zu alte Kabel fallen selten sofort auf. Sie führen oft eher zu sporadischen Aussetzern, die sich nur schwer einer Ursache zuordnen lassen.
Wo der Rückkanal an Grenzen stößt
Nicht jedes TV-Zimmer lässt sich sinnvoll über den Rückkanal verkabeln. Typischerweise kommen drei Fälle regelmäßig vor, in denen ein anderer Weg besser passt oder evt. auch der einzige ist. In allen dreien bleibt der optische Ausgang die schnellste Alternative, weil er an den meisten Fernsehern vorhanden ist und für Stereo sowie komprimierten Mehrkanalton ausreicht.
Ältere Verstärker ohne Digitaleingang
Viele gut erhaltene Anlagen haben keinen HDMI-Anschluss. Der Ton lässt sich trotzdem nutzen, nämlich über den optischen Ausgang des Fernsehers und einen Umwandler, der das digitale Signal in ein analoges umsetzt. Der Fernseher muss dafür meist auf ein einfaches Stereoformat gestellt werden.
Wenn der Ton nicht im ganzen Raum laufen soll
Der Rückkanal führt zu einem festen Gerät im Raum. Wer den Ton näher an den eigenen Sitzplatz holen oder leise hören möchte, ohne andere zu stören, kommt damit nicht weiter. Für diesen Fall führt der Weg über den optischen Ausgang oder den Kopfhöreranschluss zu einem kabellosen Lautsprecher.
Das lässt sich auch kombinieren. Eine Soundbar hängt am Rückkanal, ein zweites Gerät am optischen Ausgang. Beide Wege laufen dann parallel, wobei es durch die unterschiedliche Verarbeitungszeit zu einem hörbaren Versatz zwischen den Geräten kommen kann.
Wenn nur ein Anschluss vorhanden ist
An älteren oder sehr einfachen Fernsehern gibt es den Rückkanal nicht und oft ist der eine vorhandene Anschluss bereits durch ein anderes Gerät belegt. Dann bleibt der optische Ausgang, der an den meisten Fernsehern zu finden ist und für Stereo sowie komprimierten Mehrkanalton ausreicht.
Häufig gestellte Fragen
HDMI ARC steht für Audio Return Channel, also Audiorückkanal. Die Funktion schickt den Ton vom Fernseher über dasselbe HDMI-Kabel zurück an eine Soundbar oder einen Verstärker, das auch das Bild überträgt. Ein zusätzliches optisches Kabel entfällt dadurch. ARC gehört seit HDMI 1.4 zum Standard und ist an einem eigens beschrifteten Anschluss am Fernseher zu finden.
Der Unterschied liegt in der Bandbreite. ARC überträgt komprimierte Mehrkanalformate wie Dolby Digital oder DTS. eARC hat deutlich mehr Kapazität und schafft laut HDMI Licensing Administrator unkomprimierte Signale mit bis zu 192 kHz und 24 Bit sowie unkomprimiertes 5.1 und 7.1. Damit kommen Formate wie Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio hinzu, die über ARC nicht vollständig durchgehen.
Für ARC genügt in aller Regel ein Kabel der Klasse High Speed. Für eARC ist ein Ultra-High-Speed-Kabel die sichere Wahl, weil die höheren Datenraten sonst zu Aussetzern führen können. Ultra-High-Speed-Kabel sind in aller Regel abwärtskompatibel und funktionieren auch an älteren Geräten.
Meist liegt es an einem von vier Punkten. Das Kabel steckt nicht im ARC-Anschluss, sondern in einem gewöhnlichen HDMI-Eingang. Die Tonausgabe im TV-Menü steht noch auf den internen Lautsprechern. Oder das eingestellte Tonformat passt nicht zum angeschlossenen Gerät, dann hilft oft die Umstellung auf PCM. Auch die Gerätesteuerung über HDMI muss an beiden Geräten aktiv sein.
In der Regel nicht. Tragbare TV-Sprachverstärker und Funklautsprecher nutzen meist den optischen Ausgang oder den Kopfhöreranschluss des Fernsehers, nicht den Audiorückkanal. Wer ein solches Gerät einsetzt, prüft vor dem Kauf, welche Ausgänge der Fernseher hat und ob der optische Ausgang noch frei ist.