Fernsehen besser verstehen

Klare Sprache im TV

Von Faller Audio Redaktion | | 9 Min. Lesezeit
Sprechblasen-Symbol mit dem Wort klar als Sinnbild für Klare Sprache im Fernsehen

Klare Sprache ist eine zusätzliche Tonspur, die ARD und ZDF seit Juni 2022 zu vielen Sendungen anbieten. Eine künstliche Intelligenz trennt dabei die Stimmen vom übrigen Filmton und senkt Musik und Geräusche ab, damit Dialoge deutlicher hervortreten. Klare Sprache läuft parallel zum normalen Ton und lässt sich im Audiomenü auswählen.

Die Tonspur hilft dort, wo sie verfügbar ist, stößt aber schnell an Grenzen. Es gibt sie vor allem bei den öffentlich-rechtlichen Programmen sowie bei ARTE, und nur dann, wenn die laufende Sendung sie anbietet. Auf privaten Kanälen, Streamingdiensten oder der Spielekonsole fehlt sie. Wo Klare Sprache endet, setzt eine geräteunabhängige Lösung direkt am Hörplatz an.

Was Klare Sprache im Fernsehen ist

Klare Sprache ist keine Einstellung am Fernseher, sondern ein zusätzliches Tonangebot, das der Sender selbst mitschickt. Sie soll ein bekanntes Problem entschärfen: Nämlich Dialoge deutlicher und klarer machen, die zwischen Musik, Effekten und Atmosphäre untergehen. Ziel ist es die Sprachverständlichkeit zu verbessern. Beim sonntäglichen Tatort im Ersten, wo Schüsse und dramatische Musik die Worte der Schauspieler oft überdecken, wird der Unterschied schnell hörbar. Die Option Klare Sprache wird oft verwechselt mit anderen Sprachmodi des TVs. Klare Sprache ist jedoch etwas anderes als ein gewöhnlicher Sprachmodus, der nur den vorhandenen Ton am Gerät nachregelt.

Eine zusätzliche Tonspur neben dem Original

Neben der normalen Tonmischung strahlt der Sender eine zweite, sprachbetonte Fassung aus. In dieser Fassung sind Stimmen präsenter, während Musik und Nebengeräusche etwas leiser sind. Beide Spuren laufen parallel. Umschalten lässt sich zwischen ihnen wie bei einer zweiten Sprachfassung. Wer nichts umstellt, hört weiterhin den gewohnten Originalton. Dementsprechend muss man am Fernseher aktiv werden um diese Option nutzen zu können.

Wie die KI dahinter arbeitet

Hinter Klare Sprache steckt eine vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS entwickelte Technik namens MPEG-H Dialog+. Ein neuronales Netz zerlegt die fertige Tonmischung und trennt die Sprache vom Rest aus Musik, Effekten und Hintergrundgeräuschen. Der Hintergrund wird nur dann abgesenkt, wenn tatsächlich gesprochen wird. Anschließend fügt das Verfahren alles zu einer neuen Audiospur zusammen, in der die Stimmen klarer im Vordergrund stehen. Das Besondere daran ist, dass diese Aufbereitung auch dann noch möglich ist, wenn nur die fertige Mischung vorliegt und keine getrennten Originalspuren mehr vorhanden sind.

Nicht zu verwechseln mit Leichter Sprache

Klare Sprache und Leichte Sprache klingen ähnlich, meinen aber Verschiedenes. Leichte Sprache vereinfacht Inhalte sprachlich, mit kurzen Sätzen und einfachen Wörtern. Klare Sprache verändert kein einziges Wort, sondern nur die Tonmischung, damit das Gesagte akustisch besser zu verstehen ist. Es geht also um Klang, nicht um Inhalt. Bei den Sendern zählt Klare Sprache zu den barrierefreien Angeboten, neben Untertiteln und der Audiodeskription, die jeweils einen anderen Zweck erfüllen.

Bei welchen Sendern und Quellen es Klare Sprache gibt

Die Möglichkeit Klare Sprache bei TV Sendern einzustellen ist leider begrenzt. Im deutschen Fernsehen ist sie vor allem ein Angebot der öffentlich-rechtlichen Programme, hinzu kommt ARTE über arte.tv.

Öffentlich-rechtliche Programme und ARTE

Bei der ARD steht die sprachoptimierte Fassung im Ersten und in vielen dritten Programmen bereit, etwa bei WDR, NDR, MDR, rbb, BR, SWR, SR und hr, dazu bei tagesschau24, One, KiKA und ARD alpha. Beim ZDF können Zuschauer sie im Hauptprogramm sowie bei ZDFneo, ZDFinfo, 3sat und KiKA wählen. Bei ARTE gibt es über arte.tv sprachoptimierte Fassungen. Im deutschen Programm als Klare Sprache und im französischen als „Confort Audio“. Bereitgestellt wird die Tonspur über das digitale TV-Signal und die jeweiligen Live-Streams.

Live-Programm und Mediathek

Im Live-Programm ist die Tonspur besonders klar auffindbar, wenn sie für den Sender und die Sendung bereitsteht. Dort wird sie in Echtzeit erzeugt und mitgesendet. In Mediatheken und Streams hängt die Verfügbarkeit stärker vom einzelnen Inhalt und vom jeweiligen Player ab. Teilweise lässt sie sich direkt in den Spracheinstellungen des Players auswählen. Für einen Teil der Abrufinhalte steht sie jedoch noch nicht bereit. Das Angebot wird schrittweise ausgebaut.

Über welche Empfangswege die Tonspur kommt

Zu empfangen ist Klare Sprache über Satellit, Kabel und teils über DVB-T2 HD, außerdem in den Live-Streams der Mediatheken. Über Kabel kann die Verfügbarkeit je nach Kabelnetzbetreiber unterschiedlich ausfallen. Ob sie tatsächlich verfügbar ist, hängt zusätzlich von der jeweiligen Sendung ab. Ist für ein Programm keine sprachoptimierte Fassung produziert, taucht die Option im Menü gar nicht erst auf.

Wie sich Klare Sprache aktivieren lässt

Die Aktivierung läuft nicht über eine eigene Taste, sondern über die Tonspurauswahl, ähnlich wie beim Wechsel auf eine andere Sprachfassung. Der genaue Weg unterscheidet sich von Gerät zu Gerät und ist erfahrungsgemäß nicht immer ganz intuitiv.

Über das Audiomenü des Fernsehers

Am Fernseher oder Receiver führt der Weg über die Audio- oder Tonspureinstellung, oft beschriftet mit Audiosprache, Tonkanal oder Sprachoptionen. Dort erscheint Klare Sprache als zusätzliche Option, sofern die laufende Sendung sie bereitstellt. Bei manchen Geräten liegt die Auswahl auf einer Taste der Fernbedienung, bei anderen versteckt sie sich mehrere Menüebenen tief. Ein wenig Suchen gehört hier oft dazu.

Über HbbTV und die Startleiste

Bei einigen HbbTV-fähigen Geräten kann sich über die rote Taste eine Startleiste oder ein interaktives Menü öffnen. Je nach Sender und Gerät lässt sich die sprachoptimierte Fassung dort direkt auswählen. Das setzt ein HbbTV-fähiges Gerät und eine bestehende Internetverbindung voraus.

Über die Live-Streams der Mediatheken

Wer schnell mal ausprobieren möchte, ob Klare Sprache einen individuellen Mehrwert bietet, kommt über die Live-Streams der ARD und ZDF Mediathek am einfachsten ans Ziel. Im Player der Live-Übertragung lässt sich die Tonspur in den Spracheinstellungen auswählen, ganz ohne Menüsuche am Fernseher. Das eignet sich gut als erster Test, bevor man sich mit den Einstellungen des eigenen Geräts beschäftigt.

Wo Klare Sprache an Grenzen stößt

Klare Sprache ist eine gute Sache und in vielen Fällen eine echte Hilfe. Sie löst das Problem unverständlicher Dialoge trotzdem nur teilweise und begrenzt, weil sie an mehrere Bedingungen geknüpft ist.

Nur öffentlich-rechtlich, nicht privat und nicht beim Streaming

Die größte Einschränkung ist die Verfügbarkeit. Klare Sprache gibt es nur bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Der Krimi im Ersten ist damit besser zu verstehen, der Film beim privaten Sender oder die Serie beim Streamingdienst dagegen nicht. Auch bei Inhalten von der Spielekonsole oder von einem externen Player hilft die Tonspur nicht, weil dort schlicht keine solche Fassung mitgeliefert wird.

An Sendung und Empfangsweg gebunden

Ob Klare Sprache zur Verfügung steht, hängt nicht nur vom Sender ab, sondern auch von der einzelnen Sendung und vom Empfangsweg. Ist für ein Programm keine sprachoptimierte Fassung produziert, taucht die Option nicht auf. Bei ARD und ZDF bezieht sich das Angebot zudem auf die deutsche Tonfassung. Sobald für eine Sendung eine fremdsprachige Tonspur ausgewählt ist, steht die sprachoptimierte Fassung nicht zur Verfügung.

Der Ton bleibt am Fernseher

Selbst wo Klare Sprache verfügbar ist, verbessert sie nur das Signal, nicht den Weg zum Ohr. Der Ton kommt weiterhin aus den flachen Lautsprechern des Fernsehers und muss durch den ganzen Raum bis zum Sitzplatz laufen. Bei größerem Abstand, in halligen Räumen oder wenn der Fernseher an der Wand hängt, geht ein Teil der gewonnenen Klarheit auf diesem Weg wieder verloren.

OSKAR dort, wo Klare Sprache aufhört

Klare Sprache ist ein sinnvoller erster Schritt, solange der Sender sie mitliefert und sie für individuelle Anforderungen und Bedürfnisse ausreichend ist. Für alles darüber hinaus braucht es eine Lösung, die nicht davon abhängt, welches Programm gerade läuft. Genau hier setzt der TV Sprachverstärker OSKAR an.

Was OSKAR mit dem Fernsehton macht

OSKAR nimmt den Fernsehton und bereitet ihn auf, bevor er beim Hören ankommt. Stimmen und Dialoge werden hervorgehoben, störende Nebengeräusche treten zurück. Zusätzlich überträgt OSKAR den Ton kabellos näher an den Sitzplatz. Dadurch erreicht mehr Direktschall das Ohr, und der Fernseher muss oft nicht mehr so laut gestellt werden, damit Sprache klar bleibt.

Warum OSKAR unabhängig von Sender und Quelle funktioniert

Der entscheidende Unterschied zur Klare Sprache Tonspur liegt in der Reichweite und Qualität. Die Tonspur gibt es nur bei einigen Programmen und nur, wenn sie für die jeweilige Sendung produziert wurde. OSKAR arbeitet dagegen mit dem Ton, der am Fernseher anliegt, und ist damit nicht an eine bestimmte Sender-Tonspur gebunden. Je nach Quelle und Tonmischung kann OSKAR Dialoge verständlicher hervorheben und den Ton näher an den Sitzplatz bringen, auch dort, wo Klare Sprache gar nicht erst zur Verfügung steht. Noch nie war es so einfach Dialoge im TV wieder klar zu verstehen.

Häufig gestellte Fragen

Klare Sprache ist eine zusätzliche Tonspur der öffentlich-rechtlichen Sender, die seit Juni 2022 zu vielen Sendungen bereitsteht. Eine künstliche Intelligenz trennt die Stimmen vom übrigen Filmton, senkt Musik und Nebengeräusche ab und erzeugt daraus eine sprachbetonte Mischung. Sie läuft parallel zum normalen Ton und lässt sich im Audiomenü des Fernsehers auswählen.

Klare Sprache bieten Das Erste und die dritten Programme der ARD sowie ZDF, ZDFneo, ZDFinfo, 3sat und KiKA an. Auch ARTE stellt über arte.tv sprachoptimierte Fassungen bereit. Bei privaten Sendern, Streamingdiensten und anderen Quellen ist die Tonspur nicht verfügbar.

Die Tonspur wird über das Audiomenü des Fernsehers oder Receivers ausgewählt, meist unter Tonspur, Audiosprache oder Sprachoptionen. Der genaue Weg ist je nach Gerät unterschiedlich und nicht immer leicht zu finden. Am einfachsten lässt sie sich über die Live-Streams der ARD und ZDF Mediathek testen, wo Klare Sprache in den Spracheinstellungen des Players steht.

Klare Sprache stammt von den öffentlich-rechtlichen Programmen und von ARTE und steht nur zu deren eigenen Sendungen bereit. Private Sender, Streamingdienste, Spielekonsolen oder Blu-ray liefern keine solche Tonspur. Zudem hängt es von der einzelnen Sendung und vom Empfangsweg ab, ob die Fassung angeboten wird.

Wenn ein Sender oder Dienst keine Klare Sprache anbietet, hilft eine Lösung, die unabhängig von der Quelle arbeitet. Der TV Sprachverstärker OSKAR bereitet den Ton, der am Fernseher anliegt, für verständlichere Dialoge auf und bringt ihn kabellos näher an den Sitzplatz. So können Dialoge auch bei privaten Sendern, beim Streaming oder Gaming besser verständlich werden, ohne dass der Fernseher insgesamt deutlich lauter gestellt werden muss.