TV Hörlösungen für den Fernseher

Was ist ein Over-Ear-Kopfhörer?

Von Faller Audio Redaktion | | 8 Min. Lesezeit
Over-Ear-Kopfhörer mit großen Ohrpolstern auf einem Tisch

Manche Kopfhörer legen sich aufs Ohr, andere stecken im Ohr. Ein Over-Ear-Kopfhörer macht es anders. Seine großen Polster legen sich rund um die Ohrmuschel und schließen das ganze Ohr ein, gehalten von einem gepolsterten Bügel über dem Kopf. Genau diese umschließende Bauform kennzeichnet den Over-Ear-Kopfhörer.

Gerade beim Fernsehen kann das hilfreich sein. Der Ton kommt nah ans Ohr, und die Lautstärke lässt sich unabhängig vom Raum einstellen. Ideal ist die Bauform aber nicht für jede Situation, vor allem dann nicht, wenn mehrere gemeinsam schauen, Gespräche im Raum möglich bleiben sollen oder es unangenehm auf den Ohren wird.

Was ist ein Over-Ear-Kopfhörer

Der Name beschreibt die Bauform ziemlich genau. Ein Over-Ear-Kopfhörer sitzt nicht auf dem Ohr und nicht im Ohr, sondern darum herum. Es gibt zwei Charakteristika die erklären, warum diese Form so eigen klingt und sich zugleich so eigen trägt.

1. Die ohrumschließende Bauform

Over-Ear-Kopfhörer haben große Hörmuscheln, deren Polster das komplette Ohr umschließen. In der Fachsprache heißt das ohrumschließend oder circumaural. Über dem Kopf verbindet ein verstellbarer Bügel beide Seiten und hält das Gewicht. Weil die Polster rund um das Ohr abschließen, entsteht eine kleine geschlossene Kammer, in der der Ton entsteht. Wie stark die Polster das Ohr abschließen, entscheidet mit darüber, wie viel Ton hörbar ankommt und wie viel vom Raum draußen bleibt. Klang und Tragegefühl können daher erheblich variieren und subjektiv deutlich unterschiedlich empfunden werden.

Geschlossen oder offen

Innerhalb der Over-Ear-Modelle gibt es noch einen Unterschied, der oft übersehen wird. Geschlossene Kopfhörer kapseln die Ohrmuschel nach außen ab und dämpfen Umgebungsgeräusche deutlich. Offene Modelle lassen den Schall bewusst etwas durch. Sie klingen luftiger und natürlicher, schirmen dafür kaum ab. Auch von außen hört man „mehr Ton mit“. Fürs Fernsehen in einem Raum, in dem es ruhig bleiben soll, ist die geschlossene Variante meist die beste Option – sofern ein Over-Ear-Kopfhörer genutzt werden soll.

Der Unterschied zu On-Ear und In-Ear

Kopfhörer lassen sich nach dem Sitz am Ohr in drei Gruppen einteilen. Over-Ear umschließt das Ohr, On-Ear liegt darauf, In-Ear steckt darin. Diese drei Bauformen bringen jeweils eigene Stärken, Schwächen und Eigenheiten mit.

On-Ear, auf dem Ohr

On-Ear-Kopfhörer haben kleinere Hörmuscheln, die direkt auf der Ohrmuschel aufliegen statt sie zu umschließen. Sie sind leichter und kompakter als Over-Ears und lassen sich oft zusammenklappen. Dafür drücken die Polster mit der Zeit auf das Ohr, was nach längerem Tragen unbequem werden kann. Auch die Abschirmung fällt geringer aus, weil die Muschel nicht rundherum abschließt.

In-Ear, im Gehörgang

In-Ear-Kopfhörer sind die kleinste Bauform. Statt einer Muschel sitzen kleine Stöpsel direkt im Gehörgang und geben den Ton von dort ins Ohr. Sie wiegen fast nichts und fallen kaum auf. Bei gutem Sitz dichten sie den Gehörgang ab und halten Geräusche draußen. Manche empfinden das Druckgefühl im Ohr auf Dauer als störend, dafür stauen die Stöpsel keine Wärme über dem Ohr.

Bauform Sitz am Ohr Abschirmung Tragen über Stunden
Over-Ear Umschließt das ganze Ohr Gut, vor allem geschlossen Zwar bequem, dafür schwerer und wärmer
On-Ear Liegt auf dem Ohr Eher gering Leichter, kann auf dem Ohr drücken
In-Ear Sitzt im Gehörgang Gut bei dichtem Sitz Sehr leicht, Druckgefühl im Ohr

Over-Ear umschließt das Ohr und schirmt am gleichmäßigsten ab, On-Ear liegt leichter auf, In-Ear verschwindet im Gehörgang. Wer lange und ungestört hören will, sitzt unter der umschließenden Bauform meist am bequemsten.

Was die Over-Ear-Bauform im Alltag ausmacht

Die großen Ohrmuscheln bestimmen nicht nur das Aussehen, denn die Art, wie sie das Ohr umschließen, wirkt sich gleich mehrfach aus. Sie prägt zum einen den Klang und die Abschirmung vom Raum und entscheidet mit darüber, wie bequem der Kopfhörer über eine lange TV Session bleibt. Zum anderen bringt sie eine Wärme mit sich, die sich nach einer Weile unter den Polstern sammelt und sowohl als angenehm als auch als unangenehm wahrgenommen werden kann.

Klang und Abschirmung

In den großen Hörmuscheln steckt Platz für größere Treiber, also die Membranen, die den Ton erzeugen. Das macht sich beim Klang bemerkbar, mit kräftigem Bass und einer breiten, räumlichen Bühne, auf der Stimmen und Geräusche weiter auseinanderliegen. Schon die geschlossenen Polster halten einen Teil der Umgebung draußen. Modelle mit aktiver Geräuschunterdrückung gehen weiter und rechnen über kleine Mikrofone gleichmäßige Störgeräusche zusätzlich heraus.

Tragekomfort und Gewicht

Weil die Polster rund um das Ohr aufliegen und nicht auf der empfindlichen Ohrmuschel oder im Gehörgang, entsteht kein punktueller Druck. Das Gewicht verteilt sich über den gepolsterten Bügel auf den Kopf, und viele empfinden das auch über einen langen Abend als angenehm. Brillenträger profitieren nur teilweise weil der Komfort maßgeblich von Polsterform, Anpressdruck und den Brillenbügeln abhängig ist. Weiche Polster können die Bügel angenehm einbetten, bei hohem Anpressdruck kann es trotzdem drücken oder die Polster schließen weniger dicht ab. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Gewicht selbst. Over-Ears sind wuchtiger und schwerer als kleinere Bauformen, und das spürt man bei sehr langem Tragen oftmals auch am Nacken.

Wärme unter den Polstern

Die geschlossene Form hat einen Nebeneffekt, den viele erst nach einer Weile merken. Unter den dichten Polstern zirkuliert kaum Luft, und so stauen sich mit der Zeit Wärme und Feuchtigkeit. An einem warmen Sommerabend kann das unangenehm werden, während es im Winter kaum auffällt oder umgekehrt auch als angenehm wahrgenommen werden kann. Wer dazu neigt, schnell viel Wärme zu empfinden, sollte auf weiche, luftdurchlässige Polster achten. Austauschbare Ohrpolster verlängern ohnehin die Lebensdauer, weil sich genau dieses Teil mit der Zeit abnutzt.

Over-Ear-Kopfhörer beim Fernsehen

Vor dem Fernseher spielt ein Over-Ear-Kopfhörer seine Stärken aus, hat aber auch klare Grenzen. Zwei Dinge sind dabei wichtig. Erstens die Verbindung zum Gerät und zweitens die Frage, wann ein Over-Ear-Kopfhörer die passende Wahl ist.

1. Verbindung mit dem Fernseher

Der Ton kommt entweder über ein Kabel an den Kopfhörer oder kabellos. Kabellos läuft das per Bluetooth oder über eine eigene Funk-Sendestation, die am Tonausgang des Fernsehers hängt. Beim Fernsehen ist die Verzögerung dabei ein echtes und leidiges Thema. Über Bluetooth kann der Ton je nach Fernseher und Kopfhörer hörbar nachhängen, sodass Lippen und Stimme auseinanderlaufen. Eine eigene Funk-Sendestation ist dafür oft die deutlich stabilere Wahl, weil sie auf geringe Latenz ausgelegt ist. Entscheidend ist, dass Bild und Ton synchron bleiben.

2. Wann ein Over-Ear die passende Wahl ist

Am häufigsten gewählt wird ein Over-Ear-Kopfhörer, wenn eine Person alleine für sich hören möchte und / oder das Budget eine entscheidende Rolle spielt. Auch wenn es sehr hochwertige und teure Over-Ear-Kopfhörer gibt, so sind auch viele Geräte bereits sehr günstig zu haben. Die Alltagsituation in denen ein solche rKopfhörer zum Einsatz kommt, kann oft so beschrieben werden: Abends leise fernsehen, während nebenan jemand schläft und den Ton trotzdem klar und nah am Ohr haben. Dafür ist die geschlossene Form gemacht. Auch wenn von draußen Lärm hereinkommt, hilft die Abschirmung, den Fernsehton vom Rest zu trennen. Weniger passt der Over-Ear, wenn man ihn stundenlang am Stück trägt und einem schnell warm wird oder eben wenn mehrere Menschen gemeinsam fernsehen wollen.

Wenn der Ton im Raum bleiben soll

Wer den Ton lieber näher und klarer haben möchte, ohne dafür etwas auf dem Kopf zu tragen, kann statt eines Kopfhörers einen kleinen Lautsprecher oder TV Sprachverstärker direkt an den Sitzplatz stellen. Der Ton wird dabei nicht für eine Person abgeschottet, sondern bleibt im Raum, nur eben nah am Sessel, wo er gebraucht wird. Ein TV Sprachverstärker geht dabei oft über reines Lauterstellen hinaus. Solche Geräte heben gezielt die Stimmen gegenüber Musik und Geräuschen hervor, sodass Dialoge klarer durchkommen, und mancher rückt den Ton zugleich näher an den Hörplatz, ohne den Fernseher voll aufdrehen zu müssen. Weil der Klang im Raum bleibt, profitieren alle am Sitzplatz davon und nicht nur eine Person mit Kopfhörer.

Häufig gestellte Fragen

Ein Over-Ear-Kopfhörer ist ein Kopfhörer mit großen Hörmuscheln, deren Polster das ganze Ohr umschließen. Gehalten wird er von einem Bügel über dem Kopf. Durch die ohrumschließende Form entsteht eine geschlossene Kammer um das Ohr, die für vollen Klang und eine gute Abschirmung von Umgebungsgeräuschen sorgt.

Der Unterschied liegt im Sitz am Ohr. Ein Over-Ear-Kopfhörer umschließt das Ohr vollständig, ein On-Ear-Kopfhörer liegt auf dem Ohr auf, und ein In-Ear-Kopfhörer sitzt mit kleinen Stöpseln im Gehörgang. Over-Ears bieten meist den höchsten Tragekomfort über lange Zeit, On-Ears sind leichter und kompakter, In-Ears am unauffälligsten.

Ja, vor allem wenn eine Person für sich hören möchte. Der Ton kommt nah ans Ohr und lässt sich getrennt vom Raum regeln, und die geschlossene Bauform hält Nebengeräusche fern. Weniger passt ein Over-Ear, wenn mehrere gemeinsam fernsehen oder wenn man über Stunden trägt und dabei schnell warm wird.

Weil die dichten Polster das Ohr umschließen und kaum Luft zirkulieren lassen. Dadurch stauen sich mit der Zeit Wärme und Feuchtigkeit, was an warmen Tagen unangenehm werden kann. Weiche, luftdurchlässige Polster mildern den Effekt, und austauschbare Polster lassen sich erneuern, sobald sie verschlissen sind.

Geschlossene Over-Ears schirmen schon durch ihre Form gut ab, weil die Polster die Ohren nach außen abkapseln. Gut sitzende In-Ears dichten den Gehörgang ebenfalls ab und kommen nah heran. Den größten Unterschied macht in beiden Fällen eine zusätzliche aktive Geräuschunterdrückung, die gleichmäßige Störgeräusche herausrechnet.