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Welche TV Empfangsarten gibt es?
Fernsehen kommt längst nicht mehr nur aus der Antenne in der Wand. Wer heute fernsehen will, hat die Wahl zwischen mehreren TV Empfangsarten. Welche davon am besten passt, hängt von der Wohnung, den persönlichen Vorlieben und von den Sehgewohnheiten ab. Interessant ist, dass es analoges Fernsehen heute so gut wie nicht mehr gibt. Der Empfang läuft inzwischen vollständig digital.
Vier Empfangswege stehen grundsätzlich zur Verfügung: Kabel, Satellit, Antenne und das Internet. Die vier unterscheiden sich in vielen Aspekten, wie z.B. der Senderauswahl und dem Aufwand bei der Einrichtung. Welcher TV Empfang möglich ist und sich am besten eignet, hängt mitunter davon ab, was schon im Haus liegt und worauf man Wert legt.
Linearer Empfang und Streaming
Beim Fernsehen gibt es zwei grundsätzliche Formen. Das klassische, lineare Fernsehen sendet ein Programm zur selben Zeit an alle Zuschauer, nach einem festen Sendeplan. Daneben steht das Fernsehen auf Abruf, bei dem Inhalte einzeln aus dem Internet geladen werden, wann immer man möchte.
Kabel, Satellit und Antenne übertragen vor allem das lineare Programm, das Internet bringt beides, also lineare Sender als Stream und Inhalte auf Abruf aus Mediatheken. Diese Unterscheidung erklärt, warum die einzelnen Empfangswege unterschiedliche Technik und unterschiedliche Verbindungen voraussetzen.
Die vier Wege des TV Empfangs
Welchen Weg das TV-Programm ins Haus nimmt, hängt oft schon von der Wohnungsumgebung ab. Mancherorts liegt eine Kabeldose in der Wand, andernorts zeigt eine Schüssel auf dem Dach den Satellitenempfang.
| Empfangsweg | Standard | Senderauswahl | Bildqualität | Voraussetzung |
|---|---|---|---|---|
| Kabel | DVB-C | groß | HD, je nach Sender bis Full HD | Anschluss an ein Kabelnetz |
| Satellit | DVB-S und DVB-S2 | sehr groß, viele internationale Sender | HD, teils Full HD | Parabolantenne mit freier Südsicht und LNB |
| Antenne | DVB-T2 HD | regional begrenzt | Full HD mit 1080p50 | Zimmer- oder Dachantenne |
| Internet | IPTV und Streaming | sehr groß, dazu Mediatheken | je nach Bandbreite | schneller Internetanschluss |
Die vier Empfangswege im Überblick, mit Standard, Senderauswahl, Bildqualität und technischer Voraussetzung. Die Bildqualität kann je nach Sender abweichen.
Kabel (DVB-C)
Kabelfernsehen kommt über ein Koaxialkabel aus der Wanddose und nutzt den Standard DVB-C. Der Empfang ist wetterunabhängig und einfach einzurichten, das Kabel wird einfach in den Fernseher gesteckt. Seit 2019 läuft das Kabel vollständig digital. Voraussetzung ist ein Anschluss an ein Kabelnetz im Haus.
Vorteile
- Wetterunabhängig und sehr stabil
- Einfach einzurichten, das Kabel wird nur eingesteckt
- Gute Senderauswahl in HD
Nachteile
- An eine Kabeldose im Haus gebunden
- Nicht in jeder Wohnung verfügbar
Satellit (DVB-S und DVB-S2)
Der Satellitenempfang über DVB-S und das neuere DVB-S2 bietet eine der größten Programmvielfalt. Die meisten Sender lassen sich frei und unverschlüsselt empfangen. Nötig sind eine Parabolantenne mit freier Sicht nach Süden und ein passendes Empfangsteil, das LNB. Bei starkem Schnee oder Gewitter kann das Signal allerdings kurz gestört sein. Oftmals werden die privaten Sender in HD verschlüsselt ausgestrahlt und müssen separat hinzugebucht werden.
Vorteile
- Größte Programmvielfalt mit vielen internationalen Sendern
- Öffentlich-rechtliche Sender frei empfangbar
- Bundesweit nutzbar, unabhängig vom Kabelnetz
Nachteile
- Montage einer Schüssel mit freier Südsicht nötig
- Bei starkem Schnee oder Gewitter mögliche Störungen
- Private Sender in HD verschlüsselt
Antenne (DVB-T2 HD)
Das Antennenfernsehen läuft über DVB-T2 HD und kommt mit wenig Technik aus. Oft genügt eine kleine Zimmerantenne. Es eignet sich gut als unkomplizierte Zweitlösung, etwa im Schlafzimmer, in der Gartenlaube oder beim Camping. Wie viele Sender ankommen, hängt von der Region und der Entfernung zum nächsten Sendemast ab. Die öffentlich-rechtlichen Programme sind frei empfangbar, die privaten Sender werden in HD verschlüsselt ausgestrahlt.
Vorteile
- Wenig Technik, oft genügt eine Zimmerantenne
- Mobil und schnell eingerichtet, gut als Zweitgerät
- Volles HD mit 1080p50 bei den ausgestrahlten Sendern
Nachteile
- Senderauswahl regional begrenzt
- Empfang abhängig von Lage und Entfernung zum Sendemast
- Private Sender in HD verschlüsselt
Internet (IPTV und Streaming)
Fernsehen über das Internet teilt sich in zwei Varianten. IPTV wird meist als Paket zusammen mit Internet und Telefon vom Netzanbieter bereitgestellt und läuft oft über einen eigenen Receiver. Das reine Streaming dagegen funktioniert über Apps auf dem Smart-TV, dem Smartphone oder einem kleinen HDMI-Stick und ist an keinen bestimmten Anbieter gebunden. Beide brauchen eine stabile und ausreichend schnelle Internetverbindung. Einer der größten Vorteile liegt im zeitversetzten Fernsehen und in den Mediatheken, aus denen sich Sendungen jederzeit abrufen lassen.
Vorteile
- Sehr große Auswahl, dazu Mediatheken
- Zeitversetztes Fernsehen jederzeit möglich
- Keine klassische Empfangstechnik nötig
Nachteile
- Schneller und stabiler Internetanschluss Voraussetzung
- Bildqualität sinkt bei langsamer Verbindung
- Bei manchen Diensten kein voller Raumklang
Welche Technik man braucht
Ob zusätzliche Geräte nötig sind oder nicht, hängt vor allem vom Alter des Fernsehers ab. Moderne Geräte haben meist einen Tripletuner, der Kabel, Satellit und Antenne ohne externes Zusatzgerät verarbeitet. Ältere Fernseher brauchen dafür einen passenden Receiver oder ähnliches. Für verschlüsselte private Sender in HD kommt ein CI-Modul mit einer freigeschalteten Smartcard in den dafür vorgesehenen Schacht am Fernseher (oder externen Gerät, wenn man dies nutzt). Beim Empfang über das Internet entfällt klassische Empfangshardware, hier genügen ein Smart-TV oder ein HDMI-Stick und der Internetanschluss.
Unterschiede bei Bild- und Tonqualität
Die Bildqualität ist nicht bei jeder Empfangsart gleich. Das Antennenfernsehen über DVB-T2 HD überträgt die Sender in vollem HD, während Kabel und Satellit je nach Sender teils mit geringerer Auflösung arbeiten. Beim Streaming richtet sich die Schärfe nach der verfügbaren Bandbreite, bei langsamer Verbindung sinkt die Auflösung.
Interessant: Auch beim Ton gibt es Unterschiede, denn nicht jeder Streaming-Anbieter überträgt vollen Raumklang, während über Kabel, Satellit und Antenne Mehrkanalton verbreitet ist.
Welcher TV Empfang für wen passt
Welcher Weg der richtige ist, hängt vor allem von der Wohnsituation und den individuellen Wünschen und Sehgewohnheiten ab. Wer eine Kabeldose in der Wand hat und es unkompliziert mag, fährt mit dem Kabelanschluss gut. Wer viele, auch internationale Sender möchte und eine Schüssel anbringen kann, ist mit dem Satellitenempfang besser beident.
Eine Antenne über DVB-T2 HD eignet sich als einfache, mobile Lösung für einen Zweitfernseher oder dort, wo weder Kabel noch Schüssel infrage kommen. Und wer ohnehin viel auf Abruf schaut und einen schnellen Internetanschluss hat, kommt mit Streaming oder IPTV oft ganz ohne klassische Empfangstechnik aus. In vielen Haushalten laufen auch mehrere Wege parallel.
Häufig gestellte Fragen
Es gibt vier Empfangswege. Kabel über DVB-C kommt aus der Wanddose, Satellit über DVB-S und DVB-S2 über eine Parabolantenne, Antenne über DVB-T2 HD über eine Zimmer- oder Dachantenne und das Internet über IPTV oder Streaming. Die vier unterscheiden sich in Senderauswahl und Aufwand bei der Einrichtung.
Das hängt von der Wohnung und den eigenen Wünschen ab. Der Satellit bietet die größte Programmvielfalt, das Kabel ist wetterunabhängig und einfach einzurichten, die Antenne ist eine einfache und mobile Lösung, und das Internet punktet mit Mediatheken und zeitversetztem Fernsehen. Einen für alle besten Weg gibt es nicht.
Nicht unbedingt. In Gebieten mit gutem Empfang genügt für DVB-T2 HD oft eine kleine Zimmerantenne. Weiter entfernt vom nächsten Sendemast oder in Randlagen kann dagegen eine Dachantenne nötig sein, um genug Sender stabil zu empfangen.
Moderne Fernseher mit Tripletuner empfangen Kabel, Satellit und Antenne ohne zusätzlichen Receiver. Ältere Geräte brauchen eine passende Set-Top-Box. Für verschlüsselte private HD-Sender ist zusätzlich ein CI-Modul mit einer freigeschalteten Smartcard nötig.
Ohne Kabelanschluss empfängt man Fernsehen über Satellit mit einer Parabolantenne, über Antenne mit DVB-T2 HD oder über das Internet per Streaming und IPTV. Für die beiden Internetwege ist ein ausreichend schneller Anschluss nötig.