Aktive oder passive Lautsprecher
Aktive und passive Lautsprecher unterscheiden sich vor allem darin, wo der Verstärker sitzt. Bei aktiven Lautsprechern ist er im Gehäuse eingebaut, deshalb brauchen sie einen eigenen Stromanschluss. Passive Lautsprecher haben keinen Verstärker und bekommen ihre Leistung über ein Lautsprecherkabel von einem externen Gerät.
Am Fernseher lassen sich aktive Lautsprecher meist direkt anschließen, weil sie ihren Verstärker selbst mitbringen. Für passive Lautsprecher hat der Fernseher keinen passenden Verstärker. Deshalb braucht man dazwischen einen Stereoverstärker oder einen AV-Receiver. Wie gut der Ton klingt, hängt dagegen nicht davon ab, ob man aktive oder passive Lautsprecher nimmt.
Der Aktivlautsprecher
Ein Aktivlautsprecher ist Lautsprecher und Verstärker in einem Gehäuse. Man schließt ihn direkt an eine Tonquelle wie den Fernseher an und braucht kein weiteres Gerät. Aktiv sind auch viele Geräte, die man nicht als Aktivlautsprecher bezeichnen würde, etwa Bluetooth-Boxen, PC-Lautsprecher und Soundbars.
Aufbau und Stromversorgung
Im Gehäuse stecken neben den Treibern, die den eigentlichen Ton erzeugen, ein Verstärker und ein Netzteil. In vielen Modellen hat jeder Treiber seinen eigenen Verstärker. Die Frequenzweiche teilt den Ton in hohe und tiefe Anteile auf. Sie sitzt dann vor den Verstärkern und lässt sich genau auf die Treiber abstimmen. Einfache Modelle haben dagegen nur einen Verstärker für beide Treiber. Die Weiche sitzt dann wie bei einer passiven Box hinter dem Verstärker.
Jede Box mit eingebautem Verstärker braucht ein Netzkabel und eine Steckdose in der Nähe. Auch im Standby verbrauchen solche Boxen etwas Strom, meist aber nur sehr wenig.
Viele aktive Boxen haben außerdem eine eigene Klangregelung für Bass und Höhen. Bei manchen lässt sich einstellen, ob die Box frei im Raum, nahe an der Wand oder in einem Regal steht. Die Box passt den Bass dann so an, dass er nah an der Wand oder im Regal nicht dröhnt.
Anschlüsse am Aktivlautsprecher
Welche Eingänge eine aktive Box hat, hängt vom Modell ab. Häufig gibt es einen analogen Eingang mit Cinch- oder Klinkenbuchse, dazu Bluetooth. Manche Modelle haben auch einen optischen Eingang oder einen HDMI-Anschluss mit ARC. Für den Fernseher sind gerade diese beiden Anschlüsse wichtig, weil der Ton darüber digital übertragen wird.
Bluetooth ist bequem, weil kein Kabel zum Fernseher nötig ist. Beim Fernsehen kann der Ton über Funk aber etwas verzögert ankommen und passt dann nicht mehr zu den Lippen. Außerdem gibt nicht jeder Fernseher Ton per Bluetooth aus. Für Filme und Serien ist ein Kabel deshalb meist zuverlässiger.
Der Passivlautsprecher
Ein Passivlautsprecher besteht nur aus Gehäuse, Treibern und Frequenzweiche. Einen Verstärker oder einen Stromanschluss hat er nicht. Er spielt erst, wenn man ihn an einen Verstärker anschließt.
Aufbau ohne Verstärker
Die Frequenzweiche in einer passiven Box besteht aus Spulen, Kondensatoren und Widerständen. Sie verteilt das bereits verstärkte Signal auf die Treiber. Da in der Box keine Elektronik mit eigener Stromversorgung steckt, verbraucht sie keinen Strom. Den braucht nur der Verstärker.
Verstärker und Lautsprecherkabel
Ein passiver Lautsprecher wird mit einem zweiadrigen Lautsprecherkabel an einen Stereoverstärker oder AV-Receiver angeschlossen. Der Verstärker muss zur Box passen, vor allem bei Leistung und Impedanz, also dem elektrischen Widerstand des Lautsprechers. Beide Angaben stehen im Datenblatt. Der Vorteil ist, dass man Verstärker und Lautsprecher unabhängig voneinander austauschen oder ergänzen kann.
Manche passiven Boxen haben auf der Rückseite zwei Anschlusspaare statt nur eines. Damit lassen sich Hoch- und Tieftonteil über getrennte Kabel versorgen oder an zwei Verstärker anschließen. Für den normalen Betrieb braucht man das nicht. Ein einfaches Kabel reicht, wenn die Metallbrücken zwischen den beiden Paaren stecken bleiben. Wer zwei Kabel oder zwei Verstärker anschließt, muss die Brücken vorher entfernen.
Passive Lautsprecher brauchen keine Steckdose. Man kann sie deshalb auch an der Wand hinter dem Sofa oder an der Decke anbringen. Das Lautsprecherkabel muss dann allerdings vom Verstärker bis zur Box verlegt werden. Bei längeren Strecken sollte das Kabel etwas dicker sein, damit unterwegs nicht zu viel Leistung verloren geht.
Mischformen
Nicht jeder Lautsprecher lässt sich eindeutig einer Bauart zuordnen. Am Fernseher trifft man vor allem auf drei Mischformen, die Eigenschaften aktiver und passiver Lautsprecher verbinden. Sie unterscheiden sich darin, in welcher Box der Verstärker sitzt.
Aktive Paare mit Hauptbox
Viele aktive Stereopaare bestehen aus einer Hauptbox und einer zweiten Box. Nur die Hauptbox hat Verstärker, Netzteil und Eingänge. Die zweite Box wird wie ein passiver Lautsprecher mit einem Kabel an die Hauptbox angeschlossen. Man braucht dann nur eine Steckdose, muss aber ein Kabel zwischen den beiden Boxen verlegen. Bei manchen Paaren sind die Boxen stattdessen per Funk verbunden. Dann muss wieder jede Box an eine Steckdose.
Passive Lautsprecher mit aktivem Subwoofer
Ein Subwoofer hat fast immer einen eigenen Verstärker, weil tiefe Töne viel Leistung brauchen. Er ist damit aktiv, auch wenn die übrigen Lautsprecher im Raum passiv sind. Häufig hängen zwei passive Lautsprecher an einem Verstärker oder AV-Receiver. Dazu kommt ein aktiver Subwoofer, der sein Signal über einen eigenen Subwoofer-Ausgang bekommt. Diesen Ausgang haben AV-Receiver fast immer, ältere Stereoverstärker dagegen oft nicht.
Subwoofer mit Verstärker für alle Boxen
Bei vielen kleinen Sets aus einem Subwoofer und zwei kleinen Boxen, den sogenannten Satelliten, sitzt die ganze Elektronik im Subwoofer. Er hat die Eingänge, das Netzteil und die Verstärker für alle Boxen. Die Satelliten werden per Kabel am Subwoofer angeschlossen und sind selbst passiv. Einen eigenen Verstärker braucht man für ein solches Set nicht.
Aktive oder passive Lautsprecher am Fernseher
Am Fernseher ist weniger der Klang entscheidend als die Frage, wie der Ton zu den Lautsprechern kommt. Aktuelle Fernseher haben in der Regel keine Klemmen für Lautsprecherkabel. Ob aktive oder passive Lautsprecher besser passen, hängt deshalb vor allem davon ab, wie viele Geräte man im Wohnzimmer haben möchte.
| aktive Lautsprecher | passive Lautsprecher | |
|---|---|---|
| Verstärker | eingebaut | extern, als eigenes Gerät |
| Stromanschluss | je Box oder an der Hauptbox | nicht nötig |
| Anschluss am Fernseher | oft direkt, etwa optisch, per HDMI ARC oder analog | nur über Verstärker oder AV-Receiver |
| Erweiterung | meist nur im selben System | Verstärker und Boxen einzeln tauschbar |
| Geräte und Platz | nur die Boxen | Boxen plus Verstärker im Regal |
| Kosten | Verstärker im Preis enthalten | Verstärker kommt dazu |
Aktive Lautsprecher kommen am Fernseher mit weniger Geräten aus. Passive Lautsprecher brauchen einen zusätzlichen Verstärker, lassen sich aber freier kombinieren.
Aktive Lautsprecher direkt am Fernseher
Hat die aktive Box einen optischen Eingang oder HDMI ARC, genügt meist ein einziges Kabel zum Fernseher. Über HDMI ARC lässt sich die Lautstärke in der Regel auch mit der Fernbedienung des Fernsehers regeln. Hat der Fernseher einen analogen Ausgang oder einen Kopfhöreranschluss, kann man die Box auch dort anschließen.
Wichtig ist vor allem, dass Ausgang und Eingang zusammenpassen. Viele neuere Fernseher haben keinen analogen Ausgang mehr. Eine Box, die nur analoge Eingänge hat, lässt sich an solche Geräte deshalb nicht ohne Weiteres anschließen.
Passive Lautsprecher mit Verstärker
Passive Lautsprecher bieten sich an, wenn im Wohnzimmer schon ein Verstärker steht. Auch für Surround mit mehreren Boxen sind sie verbreitet. Der Verstärker braucht allerdings einen passenden Eingang für den Ton des Fernsehers. Bei älteren Stereoverstärkern ohne digitalen Eingang ist das nicht immer der Fall.
Im Gegenzug ist man mit passiven Lautsprechern flexibler. Man kann später einen besseren Verstärker anschließen, einen Center-Lautsprecher dazunehmen oder die Boxen behalten, wenn der Verstärker ausgetauscht wird.
Man hat dann aber ein Gerät mehr im Wohnzimmer, das Platz im Regal braucht und eingeschaltet werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Das lässt sich nicht pauschal sagen, weil der Klang von der Qualität der einzelnen Box abhängt. Aktive Lautsprecher haben den Vorteil, dass Verstärker und Treiber aufeinander abgestimmt sind und man kein weiteres Gerät braucht. Passive Lautsprecher sind flexibler, weil sich Verstärker und Boxen getrennt austauschen lassen. Am Fernseher sind aktive Lautsprecher meist einfacher anzuschließen.
Ein Aktivlautsprecher ist ein Lautsprecher mit eingebautem Verstärker. Er braucht einen Stromanschluss und lässt sich direkt an eine Tonquelle wie den Fernseher, einen Computer oder ein Smartphone anschließen. Ein zusätzlicher Verstärker ist nicht nötig.
Ja, das ist sogar ein häufiger Aufbau. Zwei passive Lautsprecher an einem Verstärker lassen sich gut mit einem aktiven Subwoofer ergänzen. Zwei Boxen für links und rechts sollten dagegen gleich gebaut sein, weil sich sonst Klang und Lautstärke zwischen links und rechts unterscheiden.
Ein aktiver Lautsprecher hat ein Netzkabel oder eine Buchse für ein Netzteil und meist einen Ein-Aus-Schalter. Oft hat er außerdem Cinch- oder optische Eingänge, manchmal auch Bluetooth. Ein passiver Lautsprecher hat auf der Rückseite nur Klemmen für Lautsprecherkabel, meist ein Paar, bei manchen Modellen zwei. Genauso sieht allerdings auch die zweite Box eines aktiven Paars aus, weil sie ihre Leistung von der Hauptbox bekommt.
An den Lautsprecherausgang in der Regel nicht. Eine Ausnahme sind Boxen mit Hochpegeleingang, wie ihn manche Subwoofer haben. Aktive Boxen brauchen ein schwaches Signal, wie es ein Vorverstärker- oder Line-Ausgang liefert. Hat der Verstärker einen solchen Ausgang, lassen sich aktive Lautsprecher dort anschließen.
