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Equalizer am TV für Sprache einstellen

Von faller audio Redaktion | | 8 Min. Lesezeit
Abstrakte Wellen

Einen Equalizer findet man in den Toneinstellungen vieler Fernseher, Soundbars und AV-Receiver. Mit ihm lassen sich einzelne Frequenzbereiche lauter oder leiser stellen, zum Beispiel Bass, Mitten und Höhen getrennt voneinander. Wer den Equalizer am TV passend einstellt, kann Stimmen damit etwas deutlicher hervorheben.

Für Sprache ist vor allem der Bereich der oberen Mitten wichtig, in dem viele Konsonanten liegen. Oft hilft es schon, den Bass etwas abzusenken und diesen Bereich leicht anzuheben. Der Equalizer hat allerdings Grenzen, weil Musik und Geräusche in denselben Frequenzbereichen liegen wie Stimmen und dabei mit angehoben werden.

Was ist ein Equalizer

Ein Equalizer ist eine Klangregelung, die das Tonsignal in mehrere Frequenzbereiche aufteilt. Jeder Bereich lässt sich für sich selbst lauter oder leiser stellen. Im Tonmenü des Fernsehers gibt es neben dem Equalizer meist auch Klangmodi, die ähnlich funktionieren, aber fest voreingestellt sind.

Frequenzbänder und Regler

Jeder Regler eines Equalizers ist für einen Frequenzbereich zuständig, ein sogenanntes Band. Im Menü des Fernsehers steht an jedem Regler eine Frequenz in Hertz, zum Beispiel 100 Hz, 300 Hz, 1 kHz, 3 kHz und 10 kHz. Der Regler verändert vor allem diese Frequenz und in abnehmendem Maß auch die Frequenzen darunter und darüber. Die tiefen Werte stehen für den Bass, die mittleren für den Bereich der Stimme und die hohen für Geräusche, Laute oder feine Details.

Viele Fernseher bieten fünf solcher Regler, einige auch mehr. Sie lassen sich in Stufen nach oben oder unten schieben. In Mittelstellung bleibt der Ton gleich. Frequenz und Breite der Bänder sind am Fernseher fest vorgegeben. Bei einem parametrischen Equalizer, wie ihn manche AV-Receiver und Apps haben, lassen sich dagegen auch die Frequenz und die Breite eines Bandes verändern. Einige Geräte haben statt eines Equalizers nur zwei Regler für Bass und Höhen. Die Stimme lässt sich mit ihnen bloß indirekt beeinflussen, weil es für die Mitten bei diesen Geräten keinen eigenen Regler gibt.

Equalizer und Klangmodus

Klangmodi wie Standard, Film, Musik oder Sprache sind fertige Einstellungen des Herstellers. Im Sprachmodus werden meist die Mitten betont und tiefe Frequenzen zurückgenommen, also ähnlich wie bei einer Equalizer-Einstellung für Stimmen. Häufig wird dabei zusätzlich der Unterschied zwischen leisen und lauten Stellen verringert.

Der Equalizer ist dagegen frei einstellbar. Bei vielen Fernsehern lässt er sich allerdings nur in bestimmten Klangmodi verändern, zum Beispiel im Modus Standard oder Benutzer. Den Sprachmodus und eigene Equalizer-Werte kann man dann nicht gleichzeitig nutzen.

Die Regler und ihre Wirkung auf Stimmen

Stimmen verteilen sich über einen großen Teil des hörbaren Frequenzbereichs. Die Tiefen geben ihnen Fülle, die Mitten machen die Wörter verständlich und die Höhen bringen Schärfe. Am Fernseher sind für diese drei Bereiche meist die Regler um 100 und 300 Hz, um 1 und 3 kHz sowie um 10 kHz zuständig.

Regler Bereich Wirkung auf Stimmen Für Sprache
100 Hz Bass wenig, vor allem Musik und Geräusche leicht absenken
300 Hz untere Mitten Fülle, bei zu viel dumpf und dröhnend unverändert oder leicht absenken
1 kHz Mitten Kern der Stimme, bei zu viel nasal oder blechern höchstens leicht anheben
3 kHz obere Mitten Präsenz und Konsonanten leicht anheben
10 kHz Höhen S-Laute und Zischlaute nur vorsichtig verändern

Für Sprache helfen vor allem etwas weniger Bass und leicht angehobene obere Mitten, die Höhen verändert man nur vorsichtig.

Bass und Grundton

Der Grundton einer Stimme liegt im Übergang vom Bass zu den unteren Mitten, am Fernseher also im Bereich der Regler um 100 und 300 Hz. Er gibt der Stimme Fülle und Volumen, trägt zum Verstehen einzelner Wörter jedoch wenig bei. Hebt man den Regler um 300 Hz zu weit an, klingen Stimmen deshalb eher dumpf als deutlicher.

Im tiefen Bass liegen dagegen vor allem Filmmusik, Explosionen und andere laute Szenenelemente. Senkt man diesen Bereich leicht ab, werden die Geräusche leiser und verdecken Stimmen weniger. Die kleinen Lautsprecher in flachen Fernsehern geben tiefe Bässe ohnehin nur eingeschränkt wieder. Bei solchen Geräten ist der Unterschied nach dem Absenken deshalb weniger deutlich zu hören, bei höherer Lautstärke werden die Lautsprecher aber entlastet.

Mitten und Höhen

Für die Verständlichkeit ist der Bereich zwischen etwa 1.000 und 4.000 Hertz am wichtigsten. Viele Konsonanten haben große Anteile in diesem Bereich. Deshalb entscheidet er vor allem darüber, ob man ähnlich klingende Wörter auseinanderhalten kann. Ein klassisches Telefon überträgt z.B. nur Frequenzen zwischen etwa 300 und 3.400 Hertz. Stimmen sind darüber trotzdem gut zu verstehen, weil der für die Verständlichkeit wichtigste Teil der Sprache in diesem Bereich liegt.

In den Höhen liegen vor allem S-Laute und andere Zischlaute. Hebt man sie stark an, klingen S-Laute scharf und das Rauschen in älteren Aufnahmen wird lauter. Senkt man sie zu weit ab, klingen Stimmen dagegen dumpf. Deshalb verändert man den Regler für die Höhen nur in kleinen Schritten.

Equalizer am TV einstellen

Den Equalizer bedient man am Fernseher über die Toneinstellungen. Zum Testen eignen sich eine Sendung, in der viel gesprochen wird, und ein Film, in dem Musik und Stimmen gleichzeitig zu hören sind. So lässt sich prüfen, ob die Einstellung in beiden Fällen gut passt.

Zum Tonmenü

Im Menü des Fernsehers öffnet man die Toneinstellungen und sucht dort unter Experteneinstellungen oder Erweiterte Einstellungen nach dem Equalizer. Bei manchen Geräten muss man vorher den Klangmodus auf Standard oder Benutzer stellen, sonst ist der Menüpunkt ausgegraut.

Häufig ist der Equalizer auch dann gesperrt, wenn der Ton über eine Soundbar, einen AV-Receiver oder Kopfhörer läuft. Der Fernseher überlässt die Klangregelung in diesem Fall dem angeschlossenen Gerät. Bei einigen Modellen lassen sich die Werte außerdem für jeden Eingang getrennt speichern, etwa für das Fernsehprogramm und für eine Spielekonsole.

Einstellung für Sprache in sechs Schritten

Für die unkomplizierte Einstellung braucht man keine Messgeräte. Man sollte jedoch in einzelnen Schritten vorgehen und nach jeder Änderung kurz reinhören. Bewährt hat sich dabei die folgende Reihenfolge.

  1. Alle Regler auf die Mittelstellung setzen und Klangeffekte wie virtuellen Raumklang ausschalten.
  2. Eine Nachrichtensendung oder eine Talkshow bei normaler Lautstärke einschalten.
  3. Den Regler für den Bass um zwei bis drei Stufen absenken.
  4. Den Regler bei 3 kHz um ein bis zwei Stufen anheben, den Regler bei 1 kHz höchstens um eine Stufe.
  5. Einen Film mit Musik und Geräuschen abspielen und prüfen, ob die Stimmen dort ebenfalls besser zu verstehen sind.
  6. Klingen S-Laute scharf, die Höhen eine Stufe zurücknehmen. Klingen Stimmen dumpf, den Regler um 300 Hz eine Stufe absenken.

Absenken statt Anheben

Hebt man die Mitten stark an, sind Stimmen nicht automatisch besser zu verstehen. Der Ton klingt dann schnell blechern und wird auf Dauer anstrengend. Die eingebauten Lautsprecher und Verstärker des Fernsehers stoßen außerdem früher an ihre Grenzen, weil die angehobenen Bereiche mehr Leistung brauchen. Bei höherer Lautstärke kann der Ton so leichter verzerren.

Häufig ist es deshalb sinnvoller, die störenden Bereiche abzusenken, statt die Stimme stark anzuheben. Nimmt man den Bass etwas zurück, wirken die Mitten im Verhältnis lauter, ohne dass die Lautsprecher mehr leisten müssen. Die Gesamtlautstärke kann man danach über die Fernbedienung wieder anpassen.

Equalizer an Soundbar und AV-Receiver

Ist ein externes Audiogerät angeschlossen, stellt man den Ton meist an diesem Gerät ein. Soundbars bieten dafür oft nur wenige Regler, AV-Receiver dagegen eine ganze Reihe von Einstellungen bis hin zur automatischen Einmessung. Am Fernseher selbst lässt sich der Klang dann in vielen Fällen gar nicht mehr verändern.

Soundbar

Viele Soundbars haben keinen Equalizer mit mehreren Bändern, sondern nur Regler für Bass und Höhen. Diese erreicht man über die Fernbedienung der Soundbar oder über die App des Herstellers. In der App gibt es teilweise auch einen Equalizer mit mehr Reglern. Dazu kommt häufig ein Sprachmodus oder eine eigene Taste, mit der Stimmen betont werden. Sie klingen damit etwas deutlicher, ganz von Musik und Effekten trennen lassen sie sich auf diese Weise aber meist nicht.

Bei Soundbars mit eigenem Subwoofer lässt sich der Bass meist getrennt einstellen. Stellt man den Subwoofer leiser, werden Filmmusik und Effekte im Verhältnis zur Stimme leiser. Das wirkt ähnlich wie das Absenken des Bassreglers am Fernseher.

AV-Receiver und automatische Einmessung

Viele AV-Receiver haben zur automatischen Einmessung ein kleines Mikrofon, welches man in Kopfhöhe am Sitzplatz positioniert. Danach misst der Receiver mit Testtönen, wie jeder Lautsprecher im Raum klingt, und legt für jeden eine eigene Klangkorrektur fest. Dabei gleicht er vor allem zu starke Bässe aus, die z.B. durch hohe Wände entstehen.

Ziel der Einmessung ist ein ausgewogener Klang, der Fokus liegt dabei nicht auf der Stimm- oder Dialogoptimierung. Wer Stimmen betonen möchte, kann am Receiver zusätzlich den Center-Lautsprecher etwas lauter stellen. Über ihn läuft bei Mehrkanalton meist ein großer Teil der Dialoge, allerdings auch Musik und Geräusche, die dann mit lauter werden. Bei vielen Geräten kann man danach zusätzlich eigene Equalizer-Werte einstellen.

Grenzen des Equalizers

Ein Equalizer verändert Frequenzbereiche und unterscheidet dabei nicht zwischen Stimme, Musik und Geräuschen. Was im angehobenen Bereich liegt, wird lauter.

Stimme und Musik im selben Frequenzbereich

Stimmen, Dialoge und viele Geräusche liegen zu großen Teilen in denselben Frequenzbereichen. Hebt man die Mitten an, werden Stimmen klarer, die Musik in diesem Bereich wird aber ebenfalls lauter. Ist die Musik in einem Film im Verhältnis zur Stimme sehr laut abgemischt, kann der Equalizer daran nur wenig ändern.

Um Stimmen tatsächlich von Musik und Effekten zu trennen, braucht es eine Verarbeitung, die erkennt, was im Tonsignal Sprache ist. Ein solches Verfahren steckt etwa hinter der zusätzlichen Tonspur Klare Sprache, die einige öffentlich-rechtliche Sender anbieten. Bei einem TV-Sprachverstärker wie OSKAR trennt ein eigens entwickelter Algorithmus die Sprache von Musik und Effekten und hebt sie hervor. Das Gerät steht dabei nahe am Sitzplatz, sodass die Stimmen auf kurzem Weg ankommen.

Sendungen und Lautsprecher

Eine Einstellung, die z.B. bei Nachrichten gut funktioniert, kann bei einem Film deutlich zu dünn oder zu scharf klingen. In Nachrichten gibt es kaum Hintergrundgeräusche, Filme haben dagegen oft laute Musik und starke Effekte. Laufen Filme über einen Streaming-Stick oder Player an einem eigenen Eingang, lassen sich bei manchen Fernsehern für diesen Eingang getrennte Werte speichern.

Auch die eigenen Lautsprecher des Fernsehers haben ihre Grenzen. Strahlen sie nach unten oder nach hinten ab, gehen gerade die oberen Mitten auf dem Weg zum Sofa teilweise verloren. Der Equalizer kann das ein Stück weit ausgleichen, die Richtung, in die der Ton abgestrahlt wird, ändert er jedoch nicht.

Häufig gestellte Fragen

Zuerst stellt man alle Regler auf die Mittelstellung. Danach nimmt man den Bass etwas zurück und hebt vor allem den Regler um 3 kHz leicht an. Zum Prüfen eignen sich eine Nachrichtensendung und ein Film mit Musik. Klingt der Ton scharf oder blechern, hat man zu stark angehoben.

Meist ist als Tonausgabe gerade ein externes Gerät gewählt, also zum Beispiel die Soundbar oder ein Kopfhörer. Soll der Ton über den Fernseher laufen, stellt man die Tonausgabe auf die TV-Lautsprecher zurück. Sonst stellt man den Klang am angeschlossenen Gerät ein. Bleibt der Menüpunkt trotz richtiger Tonausgabe grau, hilft es oft, den Klangmodus auf Standard oder Benutzer zu stellen.

Feste Werte, die bei jedem Gerät funktionieren, gibt es nicht. Lautsprecher, Aufstellung und Raum verändern den Klang so stark, dass dieselbe Einstellung an zwei Fernsehern unterschiedlich klingt. Als Ausgangspunkt eignen sich in den meisten Fällen etwas weniger Bass und leicht angehobene obere Mitten. Die genauen Werte findet man dann am eigenen Gerät durch Ausprobieren und Hinhören.

Bei vielen Fernsehern gilt der Equalizer nur für die eingebauten Lautsprecher. Sind Kopfhörer per Kabel oder über Bluetooth verbunden, lässt er sich dann nicht mehr verstellen. Bluetooth-Kopfhörer haben häufig eine eigene Klangregelung, die man über eine App auf dem Smartphone einstellt. Kabelgebundene Modelle ohne App geben den Ton dagegen so wieder, wie er vom Fernseher kommt.

In der Regel speichert der Fernseher die Werte dauerhaft, bis man sie wieder verändert. Nach einem Software-Update oder beim Zurücksetzen auf Werkseinstellungen können sie allerdings verloren gehen. Bei manchen Fernsehern gelten die Werte zudem nur für den Eingang oder Klangmodus, in dem man sie eingestellt hat.